In Teil 1 konnte ich Dir hoffentlich zeigen, welchen Nutzen ich eher durch Zufall für mich in einem minimalistischen Lebensstil entdeckt habe. Dabei merke ich bereits jetzt schon, dass mit einem gesunden und auf mich persönlich abgestimmten Maß an Minimalismus nicht nur mehr Geld in der Tasche bleibt, sondern ich mich gleichzeitig tatsächlich auch flexibler und leichter fühle.
Dabei bin ich wie gesagt nach wie vor meilenweit entfernt von einem echten Minimalisten und werde bestimmt auch nie einer sein. Ich versuche jedoch in meinem Alltag die folgenden Grundregeln zu beachten und kann Dir nur empfehlen das Gleiche zu tun.
Es lohnt sich.
Meine goldene Regel
„Sieh die Dinge für das, was sie wirklich sind.“
Wenn es um Dinge geht, die ich bereits besitze oder um Dinge, die ich mir vielleicht noch kaufen möchte, stelle ich mir neuerdings immer die folgenden goldenen Fragen:
- Hat der Gegenstand einen ästhetischen, vielleicht emotionalen Wert für mich?
- Hat der Gegenstand einen konkreten Nutzen für mich?
Wenn beides mit „nein“ beantwortet wird, fliegt der Gegenstand raus oder wird im Idealfall gar nicht erst gekauft!
Klingt fast schon zu einfach, aber leider gibt es hier eine riesige Grauzone, auf die ich gleich zu sprechen komme.
Und ich laufe auch nicht sofort los und schmeiße alles weg, was durch dieses Raster fällt. Manches hat vielleicht noch einen Wert für Andere, sodass ich den jeweiligen Gegenstand auch verkaufen oder verschenken kann. Außerdem sollte man etwas rücksichtsvoller sein, wenn es zu seiner Zeit Mal ein Geschenk war. Aber auch hier ist der Spielraum meist groß genug finde ich.
Hat der Gegenstand einen ästhetischen, vielleicht emotionalen Wert für mich?
Unter diese Kategorie fallen häufig Dekoartikel, Kunst, Mitbringsel aus dem letzten Urlaub, aber natürlich auch das geerbte Geschirrset der Oma, Trophäen, und vieles mehr.
Hier versuche ich zum Beispiel Raum für Raum durchzugehen und konsequent auszusortieren, was schon Mal durch das Raster fällt.
Dabei ist es vollkommen ok, wenn Dinge übrig bleiben, weil sie schön aussehen oder vielleicht eine schöne Erinnerung an jemanden oder an etwas sind. Schließlich soll die Wohnung danach ja nicht leer stehen. Zumindest nicht nach meinem Verständnis.
Aber!
Wenn die verbleibenden Gegenstände sowieso nur im Keller oder in einer Schublade verstauben, egal wie schön sie sind, gibt es auch hier keine Gnade.
Ich gebe zu, dass manches Zeugs, dass sich bei mir über die Zeit so angesammelt hat, leichter zu entsorgen war als manch andere Dinge. Aber ich versuche hier konsequent zu bleiben und dem „vielleicht könnte ich diesen Kalender doch noch irgendwann Mal an die Wand hängen“ zu widerstehen.
Am schwierigsten sind dann natürlich emotionale Gegenstände, wie zum Beispiel die Trophäensammlung meiner Freundin aus ihrer sehr sportlichen Kindheit. Wir haben jedoch nicht den Platz um alle Trophäen auszustellen, sodass sie ein einsames Dasein in einem Karton weiterführen müssten.
Der Trick dabei ist sich vor allem bei emotionalen Dingen vielleicht auf eine einzige Trophäe oder ein einziges Stück aus dem geliebten Geschirrset als Symbol für die Erinnerung zu konzertieren und diesem dann einen Ehrenplatz auf dem Regal oder dem Sideboard zu geben. Alle anderen können dann mit einem zumindest besseren Gefühl losgelassen werden.
Gleiches gilt zum Beispiel auch für Fotoalben. Meine Eltern haben mehre Kisten an entwickelten Fotos, die leider mehr und mehr verstauben. Diese Fotos kann ich heutzutage sehr einfach einscannen und so platzsparend für die Ewigkeit lagern. Besondere Fotos erhalten dann einen Ehrenplatz an der Wand.
Meine Daumenregel lautet hier also, ich halte an nichts fest, dass zwar einen ästhetischen oder emotionalen Wert für mich hat, ich aber nie zu Gesicht bekomme und nicht auch genießen kann.
Hat der Gegenstand einen konkreten Nutzen für mich?
Unter diese Kategorie fallen dann Gegenstände, die einem das Leben einfacher machen – oder zumindest einfacher machen sollen. Das fängt an bei dem Teelöffel in der Küche über den Multifunktionsdrucker/ -Scanner im Büro.
Auch hier versuche ich möglichst konsequent zu sein und nicht nur zu überlegen, ob ein Gegenstand mir einen Nutzen bringt, sondern auch wie oft er das tut.
Fast jede Familie hat wahrscheinlich einen Raclette-Grill daheim … im Keller. Und um genau diese Gegenstände geht es. Denn hinzu kommen viele weitere Dinge, die vermeintlich nützlich sein könnten – irgendwann Mal – aber seit Jahren verstauben. Jeder muss natürlich selbst für sich bestimmen, wann das Verfallsdatum überschritten wird, aber ich selbst setze hier ein Jahr an.
Manchmal liegen die Dinge auch direkt vor der eigenen Nase. Das kann dann die 25te Teetasse im Küchenschrank sein oder der 5te Teesieb in der Form einer Limone. Es können aber auch kaputte Gegenstände sein. Ich hatte zum Beispiel ein kleines nicht mehr reparierbares Loch in einem meiner Lieblingspullover. Anziehen konnte ich ihn deshalb leider nicht mehr, wegschmeißen wollte ich ihn aber auch nicht, sodass sich solche Dinge dann auch gern vermehren bis ich mich endlich dazu entschieden haben ihn und die anderen Dinge wegzuschmeißen und den neu geschaffenen Platz zu genießen.
Meine Daumenregel hier also, wenn ich den vermeintlich nützlichen Gegenstand nicht nutze oder sogar vergessen habe, dass ich ihn überhaupt besitze, hat er keinen Nutzen für mich.
Vergesse dabei nicht die 20/80 Regel
Ich bin ein echter Freund von Effizienz und allein deswegen könnte ich wahrscheinlich nie zu 100% ein Minimalist sein. Denn streng genommen, müsste ich jeden Stein umdrehen und auch meine Ansammlung an kostenlosen Kugelschreibern hinterfragen. Hier ziehe ich jedoch für mich die Grenze und genau deswegen musst auch Du für Dich Dein ganz persönliches Level finden.
Folgt man der 20/80 Regel, so nehmen etwa 20% meiner Gegenstände etwa 80% meines verfügbaren Platzes ein, nehmen 80% meiner Aufmerksamkeit, meines Blickfelds oder meiner Energie auf sich oder haben 80% der Ausgaben ausgemacht.
Dadurch, dass ich mich auf genau diese Dinge zuerst fokussiert habe, konnte ich ziemlich schnell einen positiven Effekt für mich feststellen und bin dadurch auch motivierter meine eigene Art von Minimalisums auch langfristig beizubehalten.
Die wahrscheinlich mittlerweile 50 Kugelschreiber in meiner Schublade kann ich dann auch später noch auf eine gesunde Anzahl reduzieren.
Minimalismus funktioniert nicht nur für Gegenstände
Ich hätte nie gedacht, dass ich mich Mal für Minimalisums begeistern würde! Und je tiefer ich einsteige, desto mehr interessante Möglichkeiten erkenne ich für mich.
Dazu gehört auch der Punkt, dass Minimalismus nicht nur auf Gegenstände, sondern auch auf Dinge die wir tagtäglich tun anwenden können. Ich hatte hierzu schon einmal einen TED Talk empfohlen mit dem Titel „The Life-Changing Magic of Not Giving a F#ck“, aber erst jetzt kann ich genau nachvollziehen, was es bedeutet, sich und seine Umgebung wortwörtlich zu entrümpeln und noch viel wichtiger sich danach nicht sofort wieder zuzumüllen.
In diesem Sinne, Cheers und viel Spaß beim Selbstausprobieren!
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