Rettung meiner Gazprom ADRs vorerst gescheitert

Nach 11 Tagen vorbei.

Eigentlich hatte ich vor, hier davon zu berichten, wie ich meine Gazprom ADRs in die dahinter liegenden Gazprom Aktien erfolgreich umgewandelt habe und sie damit vor einer möglichen Zwangsveräußerung oder im Schlimmstfall Totalverlust gerettet habe.

Sogar meine Anleitung dafür, falls auch du im Besitz von russischen ADRs bist, war fertig geschrieben.

Leider wurde daraus (vorerst) nichts.

Worum geht’s

Dass gegen Russland unzählige Sanktionen verhängt wurden, dürfte wahrscheinlich den meisten bekannt sein.

Besitzer russischer Aktien freuen sich besonders, denn auf einmal sind diese Werte für uns auf europäischen und amerikanischen Handelsplätzen nicht mehr handelbar.

Ich selbst besitze 1,670 Gazprom ADRs, also ein gutes vierstelliges Investment.

Wieder ein gutes Beispiel, dass sich Diversifikation auszahlt. Ich lese nicht selten, dass Kleinanleger €40,000 und mehr in russische Aktien investiert hatten und jetzt mit Anwalt und über Umwege versuchen an ihr Geld zu kommen. Leider kann auf dem Aktienmarkt so ziemlich alles passieren, sodass ich mit meiner Strategie, in der Regel nie mehr als 5% in eine einzelne Position zu investieren, bislang ganz gut fahre.

Eigentlich habe ich mit dem bloßen Nicht-Handeln-Können gar nicht das Problem. Ich versuche so gut ich es eben als Normalo kann, Unternehmen zu kaufen und nicht den Aktienkurs.

Das Problem im Fall von russischen ADRs ist aber aktuell leider ein anderes. Was mich dann auch dazu bewegt hatte, für meine Gazprom Position aktiv zu werden.

Das Problem ist nämlich, das ADRs ja nicht die Originalaktien an dem Unternehmen sind, sondern lediglich Zertifikate mit einem Anspruch, so als sei man im Besitz der Originalaktien.

Aufgrund der Sanktionen könnte es wohl nun dazu kommen, dass der für die ADRs verantwortliche Treuhänder zum Beispiel zu einem Zwangsverkauf der Originalaktien gezwungen werden.

Und das hat für mich zwei sehr unschöne Szenarien.

Entweder kommt es zu einem solchen Zwangsverkauf zu einem Kurs, der unter meinem eigenen Einstand liegt, und ich somit einen Teil meines Investments verliere.

Oder, die Sanktionen führen soweit, dass meine ADRs ihren Wert ganz verlieren und es somit zu einem Totalverlust kommt. Dieses zweite Szenario kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, aber bei dem was in der heutigen Welt und in unserer Politik abläuft, wollte ich mein Glück nicht unnötig herausfordern.

Deshalb hatte ich vor, meine Gazprom ADRs vorzeitig in echte Gazprom Aktien umzuwandeln und meine Situation zumindest etwas zu verbessern.

(Verlängerte) Umwandlungsfrist 15. Oktober 2022

Dafür gibt es auch eine ganz offizielle, aber leider befristete Umwandlungszeit.

Falls du selbst ADRs russischer Aktien besitzt und zum Beispiel ein Depot bei der onvista hast, wirst du vielleicht in den vergangenen Monaten auch das eine oder andere Schreiben erhalten haben.

Das bisher ernüchternde Ergebnis

Meine Gazprom ADRs liegen derzeit in zwei verschiedenen Depots, bei der onvista und der DEGIRO.

onvista

Von der onvista habe ich zumindest bereits am 19.05.2022 ein erstes Schreiben zu der Möglichkeit einer Umwandlung meiner ADRs erhalten.

Am 22.05.2022 hatte ich per Fax eine entsprechende Wandlung meiner ADRs beantragt.

Die Frist war damals noch für den 25.07.2022 angelegt, somit lag ich gut in der Zeit.

Leider gab es seitdem Funkstille von Seiten onvista und wenn ich mir die Kommentare von anderen Investoren hierzu ansehe, ist das auch keine Ausnahme.

Ich hoffe, dass ich damit zumindest meine Pflichten erfüllt habe und es bleibt mir nichts anderes als abzuwarten.

Anwaltlich vorzugehen, wie von Manchen vorgeschlagen, oder einen anderen Aufwand zu betreiben, lohnt sich bei meiner Position nicht wirklich.

DEGIRO

Von der DEGIRO habe ich bislang keine solche Möglichkeit zur Wandlung erhalten. Ich habe auch gelesen, dass DEGIRO selbst eine Umwandlung wohl nicht durchführt.

Ich habe jedoch von der Möglichkeit gelesen, meine Gazprom ADRs einfach zu einem anderen Broker zu übertragen und diese dann dort wandeln zu lassen.

Einen solchen Depotübertrag habe ich vor knapp zwei Wochen beantragt.

Kurz darauf kam eine Email mit der Bitte um Bestätigung der Übertragungsgebühren, sodass ich guter Hoffnung war, dass es klappen wird.

Nur leider kam wenig später dann die ernüchternde Mitteilung, dass mein Antrag auf Übertragung der ADRs auf einen anderen Broker storniert wurde…

Die Begründung: Compliance-Gründe aufgrund der jüngsten Sanktionen gegen Russland.

Für weitere Informationen dazu wurde mir der folgende Link mitgeteilt: https://www.clearstream.com/clearstream-en/products-and-services/settlement/a22107-3203746

Zurück auf Los

Also stehe ich nach wie vor bei 0 und habe weiterhin meine 1,670 Gazprom ADRs in meinen Depots stehen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Lage beruhigt und die ADRs irgendwann wieder ganz normal handelbar sind (und weiterhin Originalaktien der Gazprom gegenüberstehen!).

Sollte es in der Zwischenzeit dann doch noch eine Lösung geben oder ich ein anderes Update haben, werde ich versuchen dich auf dem Laufenden zu halten!

Bis dahin, weiterhin viel Erfolg mit deinem eigenen Portfolio!

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