Welche Versicherung brauche ich jetzt wirklich?

„Du brauchst eine Rechtschutzversicherung hier, eine Hausratversicherung dort, und bloß nicht die Berufsunfähigkeitsversicherung vergessen!“

Was brauche ich denn jetzt wirklich?

Ich war noch nie ein Fan von Versicherungen, denn es gibt gefühlt für alles eine Versicherung und bei all den Konditionen und Klauseln verliert man sich schnell in den Details. Das führt dann nicht selten dazu, dass man entweder unnötige Versicherungen abschließt oder vielleicht gar keine – beides nicht unbedingt ideal.

Was mich jedoch am meisten störte sind die nicht selten hohen Prämien für eine Versicherung, die im Schadensfall dann doch nicht zu greifen scheint. Mal weil die Versicherung nicht mitspielt, Mal weil der spezielle Schadensfall nicht abgedeckt war. Ich habe einige Bekannte, die ihre Versicherungen genau aus diesem Grund wieder gekündigt und seit dem auch keine neue abgeschlossen haben.

Also lieber Geld selbst ansparen und einen Schaden aus eigener Tasche bezahlen?

Ganz so einfach ist es dann doch nicht und meiner Meinung nach auch nicht empfehlenswert. Denn je nach Schadensfall können schnell 5-stellige, aber auch unter Umständen 6- oder sogar 7-stellige Beträge zusammen kommen.

Selbst ansparen ist in solchen Fällen also keine Lösung.

Meine Daumenregel für Versicherungen

Ich habe versucht möglichst viele Artikel, Interviews, Bücher, Podcasts, YouTube Videos, usw. zu nutzen, um zu verstehen, welche Versicherungen es überhaupt gibt. Der Fokus dabei war aber ganz klar herauszufinden, gegen was ich mich versichern sollte und wie ich das zu den besten Konditionen und am kostengünstigsten erreiche.

Scott Pape bringt es dabei in seinem Buch The Barefoot Investor – sein Buch findest Du auch unter meinen Empfehlungen – auf den Punkt .

Versichere Dich gegen das, was Dich finanziell ruinieren könnte.

Es klingt fast zu einfach, aber genau dafür sollte eine Versicherung da sein. Eine Versicherung bietet mir ja in ihrer Grundidee die Möglichkeit mich (kostengünstig) gegen Schäden abzusichern, die ich als Einzelner nicht oder nur schwer begleichen könnte. Das funktioniert deshalb, weil eine größere Gruppe mit ihren Prämien für den Einzelnen im Schadensfall einsteht.

Für mich macht diese Regel nur noch umso klarer, dass:

  1. Handyversicherungen oder Dergleichen definitiv nicht zu den Versicherungen zählen, die ich wirklich brauche, aber
  2. das Paket an Versicherungen sehr unterschiedlich für jede Person und sogar für jede Lebensphase dieser Person aussehen kann.

Die Risiken, die ich abdecken sollte, sehen zum Beispiel ganz anders aus im Vergleich zu einem Familienvater mit Eigenheim & Co, denn wir beide haben definitiv nicht die gleichen Risiken und Sorgen.

Deshalb frage ich mich mittlerweile regelmäßig, welche Risiken bestehen, die mich (oder meine Familie) finanziell ruinieren könnten, und wie kann ich mich bestmöglich und gleichzeitig kosteneffizient gegen diese Risiken versichern.

Spartipp: Um die Versicherungsprämien möglichst gering zu halten, ohne auf einen Versicherungsschutz verzichten zu müssen, lohnt es sich in manchen Fällen die Selbstbeteiligung anzuheben. Ich persönlich nehme die ersten €500 im Schadensfall gern in Kauf, wenn ich dadurch 25% und mehr einsparen kann. Der Fokus sollte auf Schäden liegen, die weit über diese Beträge hinaus gehen, und nicht (vereinfacht gesagt) auf einem gebrauchten Laptop im Wert von €300, der vom Tisch fällt.

Meine Risiken, meine Versicherungen

Wie bereits gesagt, hängt das nötige Paket an Versicherungen sehr stark von der Person ab, die sie abschließen soll. Aufgrund dessen, dass ich noch keine Kinder und kein Eigenheim besitze, hält sich der Versicherungsbedarf bei mir zum Beispiel noch in Grenzen.

Was ich jedoch festgestellt habe ist, dass es unabhängig von der Person dann doch noch eine Versicherung gibt, die immer Sinn zu machen scheint: die private Haftpflichtversicherung. Sie deckt Personen- und Sachschäden ab, die ich einer anderen Person zufüge, ist mit ca. €50 im Jahr sehr günstig und springt sogar ein, wenn mir jemand einen Schaden zufügt, aber nicht zahlen kann (Ausfalldeckung).

Wie wichtig eine solche Versicherung sein kann wurde mir vor kurzem klar, als ich dachte, dass ich meinen Haustürschlüssel verloren habe. Das Problem an der Sache: Es handelt sich um einen Schlüssel, der sämtliche Türen in einem Mehrfamilienhaus öffnet und ein Austausch sämtlicher Schlossanlagen nicht gerade günstig (4- bis 5-stellige Kosten) gewesen wäre.

Ohne zu weit in die Details gehen zu wollen, solltest Du bei einer privaten Haftpflichtversicherung in jedem Fall auf eine ausreichende Deckungssumme achten, die Ausfalldeckung sollte enthalten sein und sonstige für Dich individuelle Themen sollten abgedeckt sein (in meinem Fall unter anderem der Verlust von privaten Schlüsseln).

Spartipp: Familientarife bieten die Möglichkeit den Partner und die Kinder kostengünstig mit zu versichern. Selbst wenn man noch nicht verheiratet ist, aber in einem gemeinsamen Haushalt lebt, kann man davon profitieren. Meine Freundin und ich zahlen z.B. knapp €70 im Jahr für uns beide und das für einen top Versicherungsumfang.

Eine weitere wichtige Versicherung für mich ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Für Autobesitzer ist sie Pflicht und soweit auch umspektakulär. Interessanter wird es bei der zusätzlichen Kaskoversicherung. Ich habe einen Gebrauchtwagen und verzichte bewusst auf Teil- oder Vollkasko. Auch wenn ich mit der Teilkasko vor ein paar Wochen einen Steinschlag kostenlos reparieren hätte können, kann ich mit den eingesparten Prämien einen solchen Steinschlag jedes Jahr aus eigenem Geld zahlen. Für mich stehen vor allem bei einem Gebrauchtwagen solche Versicherungen in keinem guten Verhältnis zum abgesicherten Risiko und nutze die Prämien lieber für nützlichere Versicherungen.

In jedem Fall lohnt sich jedoch knallhartes vergleichen, vergleichen, vergleichen der Versicherungen, denn vor allem bei der Kfz-Versicherung lässt sich gutes Geld sparen.

Spartipp: Trotz Pflicht und auch wenn Sie keine Versicherung im klassischen Sinne ist, lohnt sich auch das Vergleichen der eigenen Krankenversicherung. Damit habe ich selbst über €250 im Jahr eingespart und es wären sogar bis zu €800 im Jahr drin. In diesem Artikel erfährst du mehr.

Wenn ich für eine längere Zeit verreise, nutze ich eine Auslandsreisekrankenversicherung. Diese kostet etwa €10 im Jahr, somit noch weniger als eine private Haftpflichtversicherung, ist aber aus meiner Sicht vor allem bei Reisen außerhalb der EU ein Muss. Krankenhausaufenthalte, Operationen und Behandlungen zählen mit zu den teuersten Schäden, die entstehen können und dagegen möchte ich mich ebenfalls bestmöglich absichern.

Zu Versicherungen, die ich mir momentan noch genauer anschaue, zählen die Berufsunfähigkeitsversicherung („BU“) und die Rechtsschutzversicherung. Vor allem die BU erfordert viel Planung und es lohnt sich einen Berater mit an Bord zu holen, denn nicht nur die Versicherungsprämien sind relativ hoch, sondern auch das Risiko, dass die Versicherung falsch abgeschlossen wurde oder (bewusst oder unbewusst) falsche Angaben gemacht wurden.

Versicherungen, die auf mich darüber hinaus in Zukunft noch zukommen werden sind u.a. Wohngebäude- und Risikolebensversicherungen, vor allem dann, wenn ich später an Frau und Kind denken muss und z.B. Schulden auf dem Eigenheim lasten. Auch hier sollte das Paket immer wieder auf den Prüfstand, denn wenn ich wieder schuldenfrei bin oder finanziell ausreichend vorgesorgt habe, ist auch der Bedarf gegenüber einer Risikolebensversicherung wieder ein anderer.

Lange Rede, kurzer Sinn

Auch wenn ich noch immer zu keinem Fan von Versicherungen wurde, bin ich überzeugt, dass Versicherungen sehr sinnvoll sein können. Ich orientiere mich dabei an Scott Pape und versuche mich genau gegen die Risiken abzusichern, die mich finanziell ruinieren könnten. Und das so kosteneffizient wie möglich.

Die wichtigsten Versicherungen, je nach Lebenssituation, sind meiner Meinung nach die private Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits-, Rechtsschutz-, Auslandsreisekranken-, Wohngebäude-, und Risikolebensversicherungen.

Nicht alle diese Versicherungen müssen auch auf Dich zutreffen und es gibt mit Sicherheit weitere Versicherungen, die für den Einzelnen als Ergänzung Sinn machen.

Aber, genau deswegen solltest Du Dir noch Mal genauer anschauen, wie Deine persönliche Situation aussieht, d.h.:

  1. welche Versicherung Dir vielleicht noch fehlt,
  2. welche Versicherung optimiert werden kann (Versicherungsschutz? Kosten?) und
  3. welche Versicherung am besten lieber gekündigt werden sollte.

Cheers.

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