Warum ich die Finger von Immobilien-Crowdfunding, P2P-Krediten & Co. lasse

An sich eine gute Idee.

Ich finde es ja echt genial, dass mir heutzutage viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um mein Geld zu investieren, als vielleicht vor 5 oder 10 Jahren.

Und das auch noch oft sehr kostengünstig.

Es stimmt nämlich, dass viele Investments wie Immobilienentwicklungen, Kreditfinanzierungen und vieles andere oft nur großen Investoren und Anlegern vorbehalten sind.

50.000 Anleger mit einem Investment von je €500 zu verwalten ist nun Mal zu aufwändig und damit auch zu teuer.

Dank ein paar kluger Algorithmen gibt es heutzutage jedoch gleich mehrere Plattformen, über die ich als Kleinanleger zum Beispiel Kredite an Privatpersonen, Immobilienentwickler oder auch Startups vergeben kann.

Und das schon ab €10!

Bleiben wir Mal bei den Immobilien-Crowdfunding Plattformen.

Weil ich ein Immobilien Mensch bin, ist das für mich natürlich am interessantesten.

Beim klassischen Immobilien-Crowdfunding vergibt man praktisch ein nachrangiges Darlehen, das im Anspruch nach der erstrangigen Bankfinanzierung aber vor dem Eigenkapital des Entwicklers steht.

Glaubt man dem aktuellsten Marktreport von Crowdfunding.de, liegt der Festzins im Schnitt bei 5,7% p.a. Das Geld ist dabei für durchschnittlich 21 Monate an das Projekt gebunden.

Damals hatte ich mir noch Plattformen wie Kapitalfreunde.de oder LeihDeinerStadtGeld.de angeschaut, als das Thema Immobilien Crowdfundig größer wurde. Mittlerweile bin ich echt überrascht, wie viele Plattformen es gibt und wie viele Projekte bereits finanziert wurden!

Und der Markt wächst weiter. Hier ein paar weitere Auszüge aus dem Report, nur um Dir Mal ein Gefühl zu geben.

Bis hierhin klingt es ja ganz so, als ob ein solches Investment als Einzelinvestment oder Risikobeteiligung gut in meine Vermögensstufe 3 bzw. 4 passen würde.

Soweit so gut.

Wo für mich die Rendite nicht zum Risiko passt.

Dass mein Geld für eine bestimmte Laufzeit gebunden ist und ich es vor Ablauf der Laufzeit nicht raus bekomme ist nicht das Problem. Das habe ich schließlich beim klassischen Festgeld auch.

Selbst der Hinweis „…kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen“ ist für sich allein gestellt auch nicht das Problem. Ich muss zumindest im Schlimmstfall kein zusätzliches Geld nachschießen und verliere höchstes 100% meines eingesetzten Kapitals (soweit ich weiß).

Aber.

Wenn ich dagegenhalte, dass bei einem solchen Risiko meine Rendite im Schnitt auf 5,7% p.a. begrenzt ist und ich im Bestfall – wenn das Investment für den Entwickler besser läuft als geplant – vielleicht noch einen Bonus von einmalig 1-2% erhalte, finde ich das Risiko/Rendite Verhältnis irgendwie ungleich verteilt.

Nämlich zu meinen Nachteil.

Im Vergleich, wenn ich in Aktien investiere, kann ich genauso gut 100% meines Investments verlieren, aber wenn sich der Wert der Aktie verzehnfacht, verzehnfacht sich auch mein Kapital. Klar, anderes Risikoprofil, aber Du verstehst hoffentlich was ich meine.

Warum mir auffällt, dass hier etwas für mich nicht passt.

Beruflich sehe ich nicht nur die Seite des Immobilieninvestors, sondern indirekt auch die Seite der Mezzanine-Finanzierer. Denn Kollegen von mir beschäftigen sich genau damit, jedoch auf einem institutionellen Level.

Mezzanine-Finanzierungen werden von Entwicklern gerne genutzt, denn je weniger Eigenkapital ich einsetzen muss, desto besser wird meine Eigenkapitalrendite und desto mehr Projekte kann ich umsetzen. Daran ist auch nichts auszusetzen, aber was auffällt sind die dann doch sehr unterschiedlichen Konditionen, wenn man den institutionellen Markt mit den führenden Crowdfunding Plattformen vergleicht.

Ohne ins Detail gehen zu sollen, könnte eine klassische Mezzanine-Finanzierung im institutionellen Bereich etwa so aussehen:

  • die ersten 60% der Gesamtprojektkosten werden durch eine Bank finanziert;
  • die nächsten 60-75% könnten dann ein nachrangiges Darlehen sein (finanziert durch eine Bank oder einen Mezz-Finanzierer) und werden bereits mit etwa 8% Zinsen p.a. verzinst;
  • die 75-85% Tranche wird schon kritischer für Banken und wird eher mit einem zusätzlichem Mezzanine-Darlehen finanziert. Die Zinsen steigen hierfür bereits auf 12% p.a. (wenn auch nur als „preferred return“, sprich die Zinsen werden nur dann ausgezahlt, wenn auch Gewinn gemacht wurde), aber nicht selten gibt es dazu zum Beispiel noch eine 25% Gewinnbeteiligung;
  • die letzten 15% verbleiben dann oft als Eigenkapitalrisiko beim Entwickler.

So oder so ähnlich sähe es im professionellen Bereich aussehen. Dabei würde in der Regel ein einziger Investor die gesamte 60-85% Tranche übernehmen.

Wenn ich das jetzt mit einem der Projekte vergleiche, das ich zum Beispiel auf Zinsbaustein.de gefunden habe – das niu Bricks in Hamburg – wird der Unterschied hoffentlich deutlicher.

Und das ist noch ein gutes Beispiel!

Beim Pflegezentrum Spectrum Stein waren es knapp 8% Eigenkapital, beim Quartier am Golfplatz gerade Mal 5%.

Nicht nur, dass die Zinsen beim Crowdfunding deutlich niedriger ausfallen, man sitzt also auch noch recht weit vorne, wenn es zu einem Frontalcrash kommen sollte, je nachdem wie groß die Profitmarge und damit der Risikopuffer ist. Und das ohne dafür etwas zu bekommen, wenn es gut läuft.

Klar, je nachdem um welches Projekt oder Projektentwickler es sich handelt und wenn der Entwickler mit mindestens 15% Eigenkapital beteiligt bleibt, kann es sich vielleicht lohnen dem Ganzen eine Chance zu geben als Alternative zu Anleihen.

Für mich persönlich steht das Risiko jedoch in keinem guten Verhältnis zum Risiko und deshalb lasse ich es sein.

Fazit

Ich habe es mir mittlerweile angewöhnt mich bei jedem Investment zu fragen, in welchem Verhältnis das Risiko steht, dass ich nehmen muss, zur möglichen Rendite. Wenn mein Risiko begrenzt ist, der Gewinn jedoch nicht, und auch noch die Chancen gut stehen (wie es mit unterbewerteten Aktien der Fall sein könnte), dann werde ich neugierig.

Genau das fehlt mir bei den Immobilien-Crowdfunding Angeboten, P2P Krediten & Co. Das Risiko steht einfach in keinem guten Verhältnis zur Rendite, sodass ich lieber nach bessere Alternativen suche.

Gleichzeitig finde ich die Plattformen jedoch nach wie vor genial, denn wenn man Mal die Rendite außen vor lässt, lassen sich so vielleicht das eine oder andere Startup finanzieren oder soziale Projekte fördern, was früher nicht so einfach möglich war.

Deswegen würde es mich sehr interessieren, wie Du dazu stehst. Bist Du vielleicht schon in P2P & Co. investiert und hast eigene Erfahrungen? Lass es mich gerne wissen.

PS: Wenn Du keine neuen Beiträge verpassen möchtest, nutze einfach meinen kostenlosen Newsletter. Trage dafür einfach Deine E-Mail Adresse hier ein:

Damit gehörst Du nicht nur zu den Finanzielle Freiheit Menschen, sondern erhältst dazu auch noch kostenlosen Zugriff auf meine Tools 🙂

23 comments on “Warum ich die Finger von Immobilien-Crowdfunding, P2P-Krediten & Co. lasse

  1. Hallo!

    Schöner Einblick in die (oft wenig betrachteten) Risiken, die es bei derartigen Kapitalanlagen gibt. Ich persönlich habe mich dazu entschlossen, vorerst nicht in Crowdfunding, P2P-Kredite etc. einzusteigen. Mit wachsendem Vermögen werde ich aber voraussichtlich auch in solche Projekte investieren.
    Ich sehe das Ganze etwas weniger kritisch im Bezug auf den Rendite/Risiko-Quotienten, als es im Beitrag beschrieben wird. Als Beimischung in das eigene Portfolio ergeben sich da meiner Meinung nach mehr Vorteile als Nachteile.
    Aber wirklich nur als Beimischung eben! Die feste Verzinsung bei gegebener Laufzeit ist manchmal doch recht attraktiv, da planbar.

    Viele Grüße vom Depotstudent 🙂

    1. Hi Depotstudent 🙂
      Da hast du recht. Wie so häufig im Leben zählt die richtige Balance 🙂 Wie sieht es denn bei dir aktuell aus? Investierst du hauptsächlich in ETFs (wenn ich es richtig gesehen habe)?
      Gruß, Wolfgang

      1. Hi Wolfgang, danke für die Antwort 🙂

        Bis jetzt setze ich nur auf Tagesgeld und ETFs. Ist recht einfach und ohne großen Pflegeaufwand zu betreiben. Von dem her momentan das Geschickteste für mich.
        Aber mal sehen, was die Zukunft bringt 😉

        Liebe Grüße

  2. Sehr interessanter Beitrag, vielen Dank dafür.
    Ich bin selbst mit einem kleineren Betrag in p2p investiert und hatte auch überlegt ins Immobilien-Crowdfunding zu gehen. Allerdings habe ich mich dann dagegen entschlossen. Warum?
    Weil es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, sein Geld anzulegen, dass man schnell aus seinem „Circle of Competence“ kommt. Das Problem dabei ist, dass dadurch die Analyse der Geldanlage in Mitleidenschaft gezogen werden können. Weiß ich wirklich über alle Risiken bescheid?
    Der Beitrag illustriert das Problem sehr gut. Ich glaube, dass nicht jeder in Immobilien-Crowdfunding über Nachrangdarlehen bescheid weis und daher das Risiko falsch oder unzureichend bestimmt. Daher habe ich mich entschlossen mich erstmal mit bestimmten Anlagen zu beschäftigen, um wirklich alles über sie zu lernen. Später kann ich immernoch das Portfolio erweitern.

    1. Hi Luis, das kann ich so zu 100% unterschreiben.

      Vor allem sollte man ein gesundes Verständnis für den Immobilienmarkt (oder was auch immer die Grundlage des Investments ist, das man sich gerade anschaut) haben. Dazu zählt vor allem ein Verständnis für die Lage, für wichtige Finanzkennzahlen wie die Projektkosten und die mögliche Gewinnmarge des Entwicklers aber auch für den Entwickler selbst. Selbst namhafte Entwickler nutzen sogenannte Single Purpose Vehicle (SPVs), als Gesellschaften die nur für den Zweck dieser einen Entwicklung gegründet. Diese SPVs können einfach fallen gelassen werden können, sollte der Entwickler merken, dass das Projekt den Bach runter geht. So verliert er maximal sein eingesetztes Eigenkapital von 5-15% und dann kann die Bank selber sehen, wie sie die Reste verwertet bekommt. Für den Crowdfunder bleibt da in der Regel nichts mehr übrig, wenn es soweit kommt

      Zitate von Warren Buffett tauchen ja immer wieder auf aber auch hier gilt, investiere nur in die Dinge, die du auch wirklich verstehst.

      Danke für deinen Input 🙂

  3. Hi Wolfgang,

    Kann ich gut nachvollziehen, was du schreibst. Aus dem Grund bin ich auch noch bei keiner der deutschen Immobilien-Crowdfunding Plattformen (Zinsland, exporo, etc.) dabei.
    Wenn du allerdings ins Ausland schaust, sind die Renditen teilweise deutlich höher und daher ist das Ganze für mich dann doch wieder attraktiv. Kennst du z.B. Estateguru?
    Da sind die Zinsen im zweistelligen Bereich…

    Darfst natürlich auch gerne meinen affiliate-Link benutzen, falls du die Plattform mal testen möchtest (du bekommst dann 0,5% deiner ersten Investitionssumme wieder gutgeschrieben) 😉 : [Link entfernt]

    Deine Seite ist übrigens sehr übersichtlich gestaltet, gefällt mir sehr gut!

    Viele Grüße,
    Carsten

    1. Moin Carsten, das freut mich sehr zu hören!

      Estateguru kannte ich noch nicht und ich schaue mir es gern Mal an. Nur weil die Renditen 10-12% betragen, rechtfertigt das meiner Meinung nach Crowdfunding in Immobilien und das dann auch noch in Litauen & Co. immer noch nicht wirklich. Vielleicht bin ich da zu konservativ oder zu sehr Immobilien Mensch, aber das klingt für mich einfach nicht nach einem guten Deal. Bei den Renditen würde ich mir höchstens überlegen das Mal in meine Risikobeteiligungen zu packen, die dann max. 10% meines Vermögens ausmachen, um zu gucken was passiert. Denn ich muss damit leben können, dass wenn der Markt sich dreht, ich vielleicht meinen kompletten Einsatz verliere. Noch haben diese Plattformen eine solche Krise nicht wirklich miterlebt und deswegen gibt es bis heute nur eine Hand voll Ausfälle.

      PS: Den Werbelink habe ich entfernen müssen. Der Blog ist Werbe- und Affiliate-Link frei und das soll auch so bleiben 😉

  4. Hallo Wolfgang,

    sehr schöner Beitrag, der sich kritisch mit dem Thema Immobilien Crowdinvesting auseinandersetzt. Die Anlageform ist sehr risikoreich, keine Frage.
    Es gibt aber auch andere Immobilien Crowdinvesting Projekte, die nicht ganz so extrem sind, wie deine beiden Beispiele 😉
    Auf Exporo, Bergfürst und Zinsland finden sich andere Beispiele. Zudem versuchen die Anbieter, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, die „Sicherheiten“ für Investoren zu erhöhen.
    GRUNDAG z.B. versucht nur Projekte anzubieten, wo überhaupt kein Bankdarlehen im Spiel ist. Ähnlich wie bei EstateGuru, die für die Investoren größtenteils sogar erstrangige Absicherungen anbieten.

    Auf P2P Kredite bist du gar nicht eingegangen, hier kommt es natürlich auch auf die Art der Plattform an und welche Renditechancen angeboten werden.
    Hier habe ich mich letztes Jahr, im Rahmen einer „Passives Einkommen – Blogparade“ ausgelassen: https://hobbyinvestor.de/passives-einkommen-mit-p2p-krediten/

    Als Risiko-Beimischung von 5-15% in einem ausgewogenen Portfolio kann man, meiner Meinung nach, durchaus darüber nachdenken.

    Schöne Grüße
    Sebastian

    1. Hi Sebastian, guter und wichtiger Punkt. Klingt ganz danach, dass du nicht nur im P2P Kreditmarkt aktiv bist?

      Dass ich auf P2P Kredite nicht eingegangen bin hat einen guten Grund. Bevor ich etwas kritisieren kann, möchte ich wissen und verstehen, worüber ich rede. Dafür bin ich im P2P Markt einfach noch nicht weit genug vorgestoßen. Auch wenn dort deutlich bessere Renditen locken, bin ich da vielleicht sogar noch zurückhaltender. Nicht nur, dass diese Kredite nicht besichert sind (Rückkaufgarantien Mal außen vor), habe ich irgendwie ein Problem damit, dass es meist Konsumkredite zu sein scheinen. Und für ein Kreditpicking, sei es auf Immo Crowdfunding Plattformen oder im P2P Bereich habe ich einfach keine Zeit (erst recht nicht, wenn es €50-100 Investments sein sollen um eine Diversifikation hinzubekommen).

      Ich schreibe das Thema für mich nicht zu 100% ab, aber mehr als eine „aufregende Spielwiese“ wie tbee es nennt oder eine kleine Beimischung ist es meiner Meinung einfach nicht.

      Ich finde es aber top, dass jeder seine eigene Meinung und Erfahrung hat. Denn jede Strategie ist und sollte nun Mal persönlich auf einen selbst abgestimmt sein 🙂 Danke für deinen Kommentar!

      1. Moin Wolfgang,

        ja, die P2P Kredite und das ganze Crowdinvesting haben es mir schwer angetan. Trotzdem ist das nur „Hobby“. Bei meinem Vermögensaufbau vertraue ich weiterhin meinen ETFs.
        Aber das Crowd-Umfeld bietet tolle Möglichkeiten, wie ich selbst meine eigene Bank sein kann.
        Auch bei P2P Krediten gibt es viel mehr als nur Verbraucherkredite, z.B. Geschäftskredite oder Rechnungsfinanzierung, Autokredite oder eben Immobilienfinanzierung.
        Aber du hast schon recht, man muss sich dafür interessieren und Lust darauf haben. Es ist oft nicht nur ein Kreditpicking, sondern auch ein Plattformpicking, weil man schnell mehr als nur eine Plattform hat, auf der man als Investor unterwegs ist.

        Diese Art der Finanzierung steckt noch in den Kinderschuhen. Ich bin mir sicher, dass hier noch großes Potential schlummert.
        Schau dir mal aktuelle Immobilienprojekte auf Zinsland, Exporo oder Bergfürst an. Die sammeln da mittlerweile eine Million in wenigen Stunden ein. Gerade heute hat Bergfürst innerhalb eines Vormittags 500.000 Euro von 404 Investoren eingesammelt.
        Da steckt noch einiges an Potential drin 😉

        Schöne Grüße
        Sebastian

  5. Hallo

    Danke für den Artikel – das zeigt das ich mit meiner langweiligen Variante klassische Kommer ETFS als Vermögensaufbau und P2P als aufregende Spielwiese zu betrachten nicht falsch liege.
    Meine kritischen Gedanken ganz allgemein zu P2P (und eben meine Motivation warum ich doch investiere) habe ich hier mal aufgeschrieben http://p2p-game.com/p2p
    Trotzdem finde ich die Spielwiese an sich interessant – sofern man auf so etwas Lust hat – hier kann man nach Herzenslust kaufen (verkaufen) ohne das sich die Bank daran dämlich verdient 😉
    Und mit ein wenig Glück kommt auch noch was dabei rum – also spiel ich erst mal weiter mit max. 5% meines Vermögens mit….

    1. Interessant ist es auf jeden Fall, da geb ich dir Recht. Ich würde sogar so weit gehen, dass ich eigentlich all diese Plattform mit €100 hier und €100 dort einfach Mal ausprobieren müsste, denn es ist für mich eine wertvolle Erfahrung zu wissen, was es gibt und wie es funktioniert. An der 5-10% Grenze würde ich dabei aber auch festhalten.

  6. So ich nochmal – ich habe einen etwas längeren Artikel zur Ausfallrate und Eintrittswahrscheinlichkeit von P2P Kreditausfällen erarbeitet – mit dem Ziel eine Renditeprognose zu erstellen: http://p2p-game.com/warum-ein-kleines-portfolio-scheitern-wird-oder-der-einfluss-der-diversifikation-auf-die-rendite
    Fazit – wenn sich die Rendite lohnen soll dann mit vielen Projekten/Krediten alles andere wird schnell zum „Verlust“ Risiko – also mit ganz kleinem Geld ist das nichts – ein paar Tausend Euro müssen schon sein…

    1. Interessante Auswertung, die man sich immer im Kopf behalten sollte. Ganz grob geschätzt, wenn ich in 20 Projekte gleichzeitig und gleich viel investiere und die Rendite für ein Jahr 5% beträgt, darf die Ausfallrate maximal 5% in diesem Jahr sein, also 1 Projekt, betragen. Dann ist man nämlich schon wieder bei null, bzw. knapp drunter.

      Auch wenn vor allem im Immo Bereich es erst wenige Pleiten gegeben haben soll (https://www.crowdfunding.de/pleiten-immobilien-crowdinvesting), haben wir aktuell noch eine ganz gute Zeit in der wir leben. In Krisenzeiten sehe ich die Ausfallrate deutlich über diesen 5%, sowohl im Immo Bereich als auch im P2P. Und das setzt noch voraus, dass die Plattform darüber nicht Pleite geht und z.B. den Prozess des Eintreibens managen kann.

  7. Hallo Wolfgang,
    Du hast den Sachverhalt in wenigen Wort perfekt auf den Punkt gebracht. Genau diese Gedanken habe ich mir auch gemacht, als die Angebote von Exporo und Zinsland kamen (teilweise recht agressiv beworben). Ich habe mir alles mal genau durchgelesen. Mir ist aufgefallen, dass die Eigenkapitalgeber fast immer GmbHs waren, die bekanntlich nur mit ihrem begrenzten Kapital haften. Den Begriff SPV kannte ich noch nicht, wieder was gelernt. Danke ! Aufgefallen ist mir im Kleingedruckten auch, das die Platform meist auch ca. 6 % daran verdient und das ohne Risiko bei Ausfall. 6 % + 5 % = 11 % und das ist wieder in der Nähe zu dem, was professionelle Geber von Mezzanine Kapital mindestens verlangen.
    Also kurz gesagt: Gewinn für den Platformbetreiber, Risiko für die Crowd. So funktioniert leider fast die ganze neue „shared“ economy.
    Deswegen habe ich da im Inland nichts und im Ausland bisher nur 250 EUR investiert (und werde auch nicht über 1 % des Vermögens gehen). Im Ausland profitiert man derzeit noch von einem Wohlstandsgefälle, deswegen kann da noch für Platformbetreiber und Anleger eine zweistellige Rendite drin sein.
    Ich liebe auch wie Du die niedrigen Kosten bei einem Direktinvestment in Aktien. Wenn ich für 5000 EUR bei einem Flatrate Broker Aktien kaufe, zahle ich 0,12 % für den Broker im Direkthandel, beim Verkauf nochmal. Die 0,24 % hat der Broker in der Tasche, ob die Aktie fliegt oder nicht, aber das Verhältnis Fixkosten zu durchschnittlichem Gewinn ist trotzdem unschlagbar. Ich hab auch noch ein paar günstige ETFs im Depot, da kommen dann noch jährlich bis zu 0,2 % an Verwaltungskosten dazu, was für eine breite Streuung und ausländische Märkte ok ist.
    Gruß

    Julian

    1. Moin Julian, danke für deinen ausführlichen Kommentar! Wie viel die Plattform an dieser Geschichte verdient ist eine wichtige Info, die noch gefehlt hatte und es macht das Ganze jedenfalls nicht attraktiver.
      Das heißt du bist aktuell hauptsächlich in Einzelaktien und ETFs investiert? Darf ich fragen bei welchem Broker du bist? Onvista ist was Fixkosten angeht ebenfalls sehr attraktiv. Ich nutze oft Freebuys für meine Aktien- und ETF-Käufe und zahle €0,80 pro Kauf.

      1. Hallo Wolfgang

        ich nutze derzeit 2 Broker. Flatex für inländische Aktien. Hier kostet die Transaktion 5,90 im Direkthandel, 5 EUR + Börsenplatzgebühren im börslichen Handel ohne irgendwelche Prozente vom Umsatz.Schon ab 5000 ist das attraktiv, bei mehr fühlt man sich schon im professionellen Bereich mit Sub-Promille Kosten. Nachteil sind Negativzinsen auf dem Verrechnungskonto und 5 EUR pro ausländischer Dividendenzahlung. Wegen letzterem kaufe ich ausländische Aktien bei ING Diba. Die sind zwar in den Gebühren für An- und Verkauf etwas höher, aber kostenlos bei Dividenden und nehmen einem viel Arbeit mit der Steuer ab (z.B. schon der erforderliche Ausdruck für Schweizer Dividenden unaufgefordert dabei und US Steuerabzug mit Verrechnung der deutsche Quellensteuer).
        Onvista habe ich mir jetzt auch angeschaut. Mit den FreeBuys sieht das für Buy and Hold Anleger nicht schlecht aus, Verkauf kostet aber 5,99 + 0,23 %. Das ist so etwa das Preisniveau von Ing-Diba (4,99 + 0,25 %).
        Da ich jetzt eine Immobile erwerbe, muss ich auch was verkaufen, denn ich bevorzuge einen soliden Eigenkapitalanteil.

  8. Ich bin heute über eine interessante Studie gestolpert. Da wären wir wieder beim Thema, dass wir eigentlich als privater Investor in diesem Bereich keine Ahnung haben, aber trotzdem das Gefühl haben gut informiert zu sein.
    Hier gehts zur IZ-News und hier zur Studie.

  9. Das Chance Risiko Verhältnis ist bei den Crowdfunding-Projekten meist eine Katastrophe und im Grunde Betrug. 6% Rendite bei einem möglichen Komplettverlust, kein ernstzunehmender Investor würde das machen. Ähnlich wie es bei Binären Optionen war, die ja Gott sei dank jetzt verboten wurden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.