Über Nacht zum Organspender

Ganz so schlimm ist es dann auch nicht, aber genau das passiert, wenn ich Mal wieder einem Impuls folge.

Du kennst das vielleicht aus eigener Erfahrung.

Man hat eine Idee oder spürt irgendwie einen Impuls etwas zu tun und entweder reagiert man innerhalb der ersten 30-60 Sekunden auf diesen Impuls oder man zögert zu lange, die Zweifel werden stärker und man lässt es dann wieder sein.

Ich selbst bin normalerweise jemand, der überlegt an eine Sache rangeht und sich nicht so leicht von spontanen Impulsen leiten lässt. Auf der anderen Seite haben genau solche Impulse dazu geführt, dass ich heute dort bin wo ich bin. Ohne einen solchen Impuls gäbe es zum Beispiel diesen Blog nicht.

Ein solcher Impuls geht oft einher mit dem eigenen Bauchgefühl, aber wie gesagt, manchmal ist es wichtig schnell zu reagieren.

Deshalb versuche ich in solchen Situationen oft – vorausgesetzt das Bauchgefühl stimmt – zumindest meinen Fuß in die Tür zu setzen, um den Moment zu nutzen und damit vielleicht den Grundstein für etwas Großes zu legen.

Zwischen dem Impuls für einen eigenen Finanzplan in Form eines Blogs und meinem ersten Artikel lagen beispielsweise drei Monate. Dabei kann dieser „Fuß in der Tür“ ein einfaches Versprechen sich selbst gegenüber, ein erster grober Leitfaden für das nächste Projekt oder eine To-Do Liste sein. Es sollte jedenfalls etwas sein, was den Start Deiner neuen Herausforderung markiert.

Aber, genug philosophiert.

„Dieser Ausweis kann Leben retten“

Vor ein paar Wochen bin ich auf Chip.de auf einen Artikel mit dem Titel „Dieser Ausweis kann Leben retten“ aufmerksam geworden. Gemeint ist damit der Organspendeausweis.

Dass ein solcher Ausweis wichtig ist, war mir auch irgendwie schon vorher klar. Und den Gedanken, dass meine Organe jemand anderem tatsächlich das Leben retten oder zumindest verbessern könnten, sollte ich zum Beispiel bei einem Unfall ums Leben kommen, finde ich unbezahlbar. Und es kostet einen nicht ein Mal etwas, denn man ist ja schon tot (so makaber es klingt).

Was mir jedoch nicht klar war ist, dass die Zahl der Organspender seit 2008 um ein Drittel zurück gegangen ist, …

…die Zahl der Menschen, die auf eine Organspende angewiesen sind, heute jedoch das 13-fache der Organspender beträgt.

Quelle: Eurotransplant

Und das obwohl laut Umfragen der BZgA 8 von 10 Menschen in Deutschland der Organspende positiv gegenüberstehen und der Organspendenausweis mit keinen Kosten verbunden ist.

Da war er, der Impuls.

Ich habe selbst an mir gemerkt, dass, obwohl ich zu diesen 8 von 10 Menschen gehöre und obwohl ich gern die Möglichkeit nutzen möchte auch nach meinem Tod anderen zu helfen, ich keinen eigenen Organspendeausweis hatte.

Vielleicht lag es daran, dass man aktiv werden muss um einen solchen Ausweis zu bekommen, vielleicht waren es Zweifel, vielleicht auch Sorgen.

Mein Bauchgefühl sagte mir jedoch, dass es eine gute Entscheidung ist einen solchen Ausweis zu haben. Wenn ich selbst jahrelang auf einer Organspende-Warteliste für eine neue Niere oder vielleicht sogar ein neues Herz stehen würde, würde ich mir sehr wünschen, dass jemand die Größe hat an andere zu denken und die Möglichkeit nutzt, nach seinem Tod anderen vielleicht noch das Leben zu retten. Erst recht dann, wenn die Zahl der Organspender immer weiter sinkt.

Deshalb habe ich mich in dem Moment entschlossen, meine Faulheit, Sorgen und Zweifel beiseite zu legen und aktiv zu werden.

Der Fuß in der Tür.

Noch am gleichen Tag habe ich meinen Organspendeausweis beantragt.

Diesen kannst Du Dir völlig kostenlos über die offizielle Webseite bestellen und per Post zuschicken lassen.

Verwechsle jedoch bitte nicht „schnell auf einen Impuls reagieren“ mit „übereilig eine nicht-umkehrbare Entscheidung treffen“. Auch wenn es sehr wichtig ist, schnell aktiv zu werden (in diesem Fall z.B. den Ausweis zu bestellen), gehe ich immer sicher, mich nicht zu voreilig auf etwas einzulassen ohne eine Hintertür zu haben.

Ich will schließlich nicht dem Impuls folgen einen neuen Fonds zu kaufen und dabei das Kleingedruckte zu überlesen oder einen Organspendeausweis zu haben mit dem meine Organe dann auf dem Schwarzmarkt landen. Deshalb fängt je nach Situation erst jetzt die Arbeit an. Aber dafür muss man halt irgendwie in Schwung kommen.

Fazit

Nach wenigen Tagen hatte ich meinen ersten Organspendeausweis in den Händen und ich bin ein wenig stolz auf mich, dass ich meinem Impuls gefolgt bin und meine Hürden überwunden habe.

Es tut gut bei all den finanziellen Sorgen und Wünschen, die wir tagtäglich haben, auch mal mehr Mensch zu sein – vor allem wenn es so leicht ist und uns nichts kostet.

Genau dieses Erlebnis hat mich auch dazu bewegt, meine Geschichte und meine Erkenntnis mit Dir zu teilen. Ich hoffe, dass sie Dir vielleicht in Zukunft bei Deinen eigenen Entscheidungen hilft.

Lass mich gerne wissen, falls Du selbst eine solche Erfahrung gemacht hast, vielleicht schon einen Organspendeausweis hast oder wie Deine eigene Meinung hierzu aussieht.

Dein Finanzielle Freiheit Mensch

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