SCHUFA-Score verbessern im Selbstversuch

8 Tipps für einen besseren SCHUFA-Score…hoffentlich.

Den eigenen SCHUFA-Score zu kennen und regelmäßig abzufragen ist eine Sache, ihn möglichst hoch zu halten eine viel wichtigere!

Denn bei praktisch jedem Vertragsabschluss, jeder Kreditanfrage, jeder Kontoeröffnung und in vielen weiteren Situationen wird Deine SCHUFA und damit auch Dein SCHUFA-Score abgefragt. Dieser gibt auf einer Skala von 0-100% Auskunft darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass Du Deine Rechnungen oder Raten auch bezahlst.

Streng genommen gibt es für ein und die selbe Person sogar mehrere SCHUFA-Scores, je nachdem wer nachfragt. Einem Telekommunikationsunternehmen kann von der SCHUFA also ein anderer Score mitgeteilt werden als einem Versandhandel oder einer Bank. Eine genaue Auflistung findest Du in Deiner SCHUFA-Selbstauskunft und mehr Informationen dazu auf der SCHUFA Webseite.

Dieser möglichst nicht unter 90% fallen und bei einer geplanten Kreditaufnahme sogar mindestens 95% betragen. Andernfalls könnte die Bank höhere Anforderungen stellen, schlechtere Konditionen bieten, oder im Schlimmstfall sogar den Kredit verwehren.

Wenn Du also – wie ich – gerne in Zukunft Immobilienfinanzierungen, ob für Kapitalanlagen oder das Eigenheim, in Anspruch nehmen möchtest, kannst und solltest Du jetzt schon etwas dafür tun.

Wie verbessere ich also meinen SCHUFA-Score?

Leider veröffentlicht die SCHUFA selbst keine Details darüber, wie sich der SCHUFA-Score genau berechnet. Bei meiner Suche bin ich jedoch auf 8 interessante Tipps gestoßen, die ich für plausibel halte und für mich selbst anwenden werde, um meine Bonität und damit meinen SCHUFA-Score so weit es geht zu verbessern.

Los geht’s.

1. Überprüfe Deine SCHUFA auf Fehler

Ein Mal im Jahr hat jeder die Möglichkeit, sich seine eigene Selbstauskunft kostenlos von der SCHUFA einzuholen. Genau das habe ich vor ein paar Wochen gemacht und unter diesem Link findest Du meine Anleitung dazu.

Damit habe ich nicht nur herausgefunden, was der letzte Stand meines SCHUFA-Scores ist, sondern sehe auch, was so alles aktuell über mich bei der SCHUFA gespeichert ist. Hier bin ich also alle Einträge einzeln durchgegangen und habe sie auf Fehler überprüft.

Stünden in meiner SCHUFA Fehler oder sogar Negativeinträge, würde ich mich schnellstmöglich bei der SCHUFA melden um entweder eine Korrektur vorzunehmen oder mich erst um den Negativeintrag kümmern und dann um eine entsprechende Korrektur bitten. Vor allem Negativeinträge verhageln einem den Score gewaltig!

2. Bezahle Rechnungen immer pünktlich

Dieser Tipp klingt ebenfalls einfach, hat es aber wirklich in sich.

Wenn Du mich fragst, habe ich absolut nichts davon, die Zahlung einer Rechnung hinauszuzögern, also zum Beispiel erst am Ende einer 14-tägigen Zahlungsfrist zu zahlen. Im Gegenteil, ich laufe nur Gefahr, dass das Geld nicht pünktlich eingeht und automatisch die erste Mahnung ausgelöst wird.

Das führt nicht nur zu zusätzlichen Kosten, sondern im Schlimmstfall zu einer Meldung bei der SCHUFA. Gleiches gilt natürlich auch für Ratenzahlungen.

Hier gilt, lieber zahle ich fünf Tage zu früh als einen Tag zu spät.

Mit Lastschriften zu arbeiten ist an dieser Stelle besonders praktisch. So vergisst man definitiv auch nicht die monatliche Mietzahlung oder anderen wiederkehrende Kosten.

3. Vermeide zu viele Kleinkredite und eine zu hohe Verschuldung

Meine Bonität hängt natürlich auch stark davon ab, wie viele Kredite ich habe und wie hoch meine Verschuldung insgesamt ist.

Es scheint sogar so zu sein, dass ein großer Kredit besser gewertet wird als viele kleine. Aber unabhängig davon sinkt mit jedem einzelnen Kredit meine Bonität. Denn die Ausfallwahrscheinlichkeit der Ratenzahlung steigt damit. Erst recht dann, wenn man praktisch kaum oder sogar ein negatives Nettovermögen besitzt.

Nicht nur deshalb lege ich sehr viel Wert darauf, dass ich keine Schulden habe und möchte das, mit Ausnahme von Immobilienfinanzierungen für Kapitalanlagen, auch so beibehalten! Mehr zum Thema Schulden und deren Bedeutung für meine finanzielle Freiheit findest Du in diesem Artikel.

Weiter im Programm.

4. Werde überflüssige Konten und Kreditkarten los

Ich hatte eine Zeit lang einige Konten angesammelt, denn vor allem Girokonten bei Direktbanken sind nicht nur kostenlos, sondern haben auch noch attraktive Angebote VISA-Kreditkarten für das kostenlose Abheben von Bargeld im Ausland oder Wechsel- und Willkommensprämien.

Das Eröffnen von unzähligen Konten – wie in meinem Fall – und auch das häufige Wechseln des Kontos führt wohl jedoch dazu, dass auch hier die Bonität darunter leiden kann. Die SCHUFA wertet – was auch logisch klingt – lange Vertragsbeziehungen positiv.

Deshalb und weil ich einfach nicht so viele Konten brauche, bin ich alle unnötigen Bankkonten und Kreditkarten losgeworden. Positiver Nebeneffekt, diese Konten können dann auch nicht mehr von Dritten missbraucht werden oder – wahrscheinlich häufiger der Fall – unbemerkt ins Minus rutschen.

Übrig geblieben sind mein Hauptgirokonto, ein Gemeinschaftskonto mit meiner Freundin und ein weiteres Girokonto, dass ich für Nebenprojekte nutzen kann. Alle Konten sind kostenlos und in diesem Artikel erfährst Du, warum ich das für sehr wichtig halte.

5. Vermeide den Dispokredit, fordere jedoch das höchste Limit

Der erste Teil ist klar.

Ich versuche zum einen zu vermeiden, dass meine Konten jemals ins Minus geraten. Zum anderen versuche ich auf kurzfristige Kreditlösungen komplett zu verzichten. Dazu zählt vor allem auch der Dispokredit.

Denn Fakt ist, wenn man seine Konten nicht über Wasser halten kann und auf Notkredite zurückgreifen muss, die SCHUFA zurecht an der Bonität zweifelt.

Der zweite Teil war für mich weniger klar.

Selbst wenn man den Dispokredit nie nutzen wird, soll man das höchste Limit anfordern. Nach weiterer Recherche scheint die Idee dahinter jedoch die zu sein, dass man damit der SCHUFA signalisiert, dass man kreditwürdig genug ist und die Bank einem damit Vertrauen schenkt.

Denn was die SCHUFA nicht weiß, kann sie auch nicht bewerten. Deshalb ist es wichtig – ob auf diese Weise oder nicht – positive Signale zu senden.

Ich werde jedenfalls genau das Mal austesten und habe für mein Hauptkonto bereits das höchstmögliche Dispolimit angefragt (i.d.R. 3 Nettomonatsgehälter). Welchen Effekt das ganze hat, wird sich leider erst später zeigen. Es bleibt also abzuwarten.

6. Vermeide einen zu häufigen Wohnortswechsel

Das ist natürlich leichter gesagt als getan, denn vor allem wenn man jung ist und flexibel sein muss, zieht man relativ häufig um.

Ähnlich wie bei dem zu häufigen Kontowechsel wird aber auch hier wohl etwas Wahres dran sein, denn für die SCHUFA ist eine berechenbare und zuverlässige Person sicherlich positiver gestellt als eine, die durch häufigen Wechsel in allen Lebensbereichen auffällt.

Ich selbst kann zwar jetzt nicht versprechen, dass ich nicht in den nächsten Jahren wieder umziehen werde, aber ich würde es allein schon wegen des Aufwands vermeiden wollen. Ich bin erst Anfang diesen Jahres umgezogen und mit der Zeit sammelt sich einfach zu viel Zeugs an, das mitgeschleppt werden muss.

7. Datenmissbrauch sofort melden

Leider kommt es auch vor, dass die Identität einer anderen Person ausgenutzt wird und dadurch zum Beispiel ein negativer SCHUFA Eintrag entsteht, ohne das man etwas davon mitbekommen hat.

Dem vorzubeugen ist nicht immer möglich, aber sobald ein solcher Fall auffällt, sollte der Datenmissbrauch schnellstmöglich der SCHUFA gemeldet werden.

Ich werde jedenfalls ab jetzt jedes Jahr eine SCHUFA Selbstauskunft anfordern und weil sie ein Mal im Jahr kostenlos ist, würde ich das selbe auch Dir raten. Nur so hat man man die Gelegenheit einen Datenmissbrauch aufzudecken, sollte er es in die SCHUFA geschafft haben.

Nebenbei erfahre ich so auch den Stand meines SCHUFA Scores und ob meine Tipps auch wirklich etwas bringen, vor allem #5.

8. Vermeide zu viele Kreditanfragen

Vor allem wenn es um die Immobilienfinanzierung geht, sollte man mit möglichst vielen Banken und Vermittlern sprechen, um die bestmöglichen Konditionen heraus zu handeln.

Man soll dabei jedoch aufpassen, dass nicht jede Bank anfängt die SCHUFA abzufragen. Es ist zwar klar, dass jede Bank meine Bonität abfragen möchte, aber dies kann leider auch als Zeichen interpretiert werden, dass man Probleme hat einen Kredit bei einer Bank zu erhalten.

Was ich also machen werde ist, dass ich nach wie vor möglichst mit vielen Banken spreche, aber ausdrücklich darauf hinweise, dass noch keine SCHUFA abgefragt werden soll. Erst wenn die Wahl auf 1-2 Banken fällt können die Banken gerne auch weitere Informationen abfragen.

Bis dahin könnte ich den Banken auch meine Selbstauskunft zur Verfügung stellen. Für eine erste Indikation sollte dies mehr als ausreichend sein denke ich.

Klingen die Tipps auch für die plausibel? Hast Du selbst vielleicht Tipps oder Erfahrung zu diesem Thema? Lass es mich gerne in den Kommentare wissen.

One comment on “SCHUFA-Score verbessern im Selbstversuch

  1. Hi Wolfgang,
    ich habe zum Glück dauerhaft Zugriff auf meinen Schufa-Account (konnte mir damals für 20€ einen Dauerzugang kaufen). Eine Kreditkartenanfrage hat rund 0,4% meinen Score runtergezogen. Bin nun bei 97,81%. Besser wird es bei mir nicht, weil ich vermutlich wegen meines geringen Dispos nicht unbedingt top kreditwürdig bin. Am besten ist es, man macht tatsächlich gar nichts: Kein Konto beantragen, keine Ratenzahlung, keine Kreditanfragen. Viele bestehende Konten machen hingegen nichts aus. Meines Wissens sollte man Kredite auch nicht vorzeitig durch Sondertildung beenden (ist aber nur Spekulation), weil Banken dann auch wissen, dass sie nichts an dir verdienen.

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