Mache eine Vermögensinventur

Der erfolgreiche Vermögensaufbau beginnt damit, erst ein Mal herauszufinden, wie das eigene Vermögen aktuell überhaut aussieht. Erst damit findest Du heraus, womit Du arbeiten kannst aber auch woran Du zu aller erst arbeiten solltest.

Viele behandeln meiner Meinung nach ihr Vermögen wie eine Medusa, der man bloß nicht in die Augen sehen darf. Vielleicht wollen sich manche auch einfach nicht der Realität stellen und schieben den Moment der Wahrheit vor sich hin. Darüber zu sprechen ist ja sowieso tabu, nicht nur in der Öffentlichkeit.

Dabei ist Geld und Vermögen nicht zwingend etwas, was einen schlecht macht und verdirbt, sondern etwas, was einem gewisse Möglichkeiten und Freiheiten bieten kann. Man selbst entscheidet schließlich, ob man bodenständig bleibt oder auf einmal nicht mehr mit dem Nachbarn oder der Familie spricht.

Eins ist klar.

Was selbstgemachte Millionäre (klingt ein wenig seltsam im Deutschen, aber Du weißt hoffentlich, was ich meine) und andere finanziell unabhängige Menschen gemeinsam haben ist der Fakt, dass sie allesamt offen über das Thema Geld sprechen und durch den Wissensaustausch ihren Vermögensaufbau fördern.

Genauso wissen sie zu jederzeit über den Zustand ihres Vermögens Bescheid. Sicherlich nicht im Detail und auf den Cent genau, aber darüber, wo Ihr Kapital steckt, welche Verbindlichkeiten sie haben und wohin die Reise weiter gehen soll.

Deswegen solltest auch Du zu aller erst Freund und nicht Feind Deines Vermögens werden und mehr darüber erfahren, denn es möchte beachtet und gepflegt werden, um wachsen zu können.

Das Thema „über Geld mit anderen sprechen“ stellen wir dafür kurz zur Seite, denn es ist für den einen oder anderen eine gewisse Überwindung offen über eigenes Geld zu sprechen. Nichtsdestotrotz habe ich die Erfahrung gemacht, dass man auch allgemein über Geldthemen sprechen und einiges dabei lernen kann. Ich kann es Dir also wärmstens empfehlen, denn Du verlierst damit nichts.

Kommen wir zur Sache.

Beim Thema Vermögensinventur halte ich es für mich so simpel wie möglich und habe dabei die 2 folgenden Kernfragen festgestellt:

  1. Wie sieht mein Vermögen aktuell aus?; und
  2. Wie sollte es in Zukunft aussehen?

Daraus habe ich die folgenden Schritte für mich abgeleitet, die Du noch heute innerhalb von ein paar Minuten für Dich selbst durchgehen kannst.

Schritt 1 – Bestimme wie Dein Vermögen aktuell aussieht

Dafür reicht ein Blatt Papier und ein Stift. Wenn Dir Excel mehr liegt und gerade zur Hand steht, dann natürlich auch gerne mit Excel.

Zeichne Dir anschließend folgende Tabelle auf.

Zu erst geht es darum festzustellen, was an Vermögen aktuell vorhanden ist. Dazu zählen:

  • Bargeld
  • Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten als auch im Aktiendepot
  • aktueller Wert des Aktiendepots
  • anderweitig investiertes Geld
  • verliehenes Geld
  • Kaution für die Mietwohnung

Eine Sortierung dabei musst Du nicht zwingend beachten. Ich selbst sortiere es für mich grob von schnell verfügbarem (Bargeld) zu weniger schnell verfügbarem Geld (Kaution für die Wohnung)

Zu Vermögensgegenständen zählen natürlich auch ein Auto, eine teure Küche oder Dergleichen. Ich würde diese jedoch außen vor lassen, denn diese Dinge sind eher Nutzgegenstände, verlieren schnell an Wert und lassen sich oft nur mit einem Abschlag wieder zu Geld machen. Das heißt, wenn Du nicht gerade einen Porsche 911 Oldtimer besitzt, würde ich mich auf die oben genannte Liste beschränken und soweit ergänzen, wie es sinnvoll ist.

Solltest Du ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitzen, kannst Du hier den Kaufpreis der Immobilie ansetzen zzgl. etwaiger Modernisierungskosten für z.B. eine neue Heizung, Fenster, Fassadenanstrich und –dämmung, usw. Wenn Du dafür einen Kredit aufgenommen hast, werden wir das gleich berücksichtigen.

Ich habe die Tabelle Mal exemplarisch für Max Mustermann ausgefüllt. Er ist bereits mit seinem Studium fertig, arbeitet seit 2-3 Jahren in seinem ersten Job als Berufseinsteiger und hat bereits begonnen ein wenig Vermögen in Form von ETF Aktien-Fonds aufzubauen.

Max hätte damit ein Bruttovermögen von €13.230. Als Faustregel, je mehr desto besser 🙂

Danach schreibe ich auf, was dem an Verbindlichkeiten gegenüber steht. Dazu zählen dann:

  • Dispokredite und Überziehungen
  • Konsumkredite (Auto, Küche, Fernseher, etc.)
  • geliehenes Geld
  • Bildungskredite
  • Finanzierung einer selbstgenutzten Immobilie
  • Finanzierung einer Kapitalanlage

Auch hier ist die Reihenfolge für Dich erst Mal Nebensache. Ich selbst sortiere die Liste jedoch von so schnell wie möglich loszuwerdenden (Dispokredit) nach unter Umständen sogar sehr nützlichen Krediten (Finanzierung einer Kapitalanlage).

Für Max sehen seine Verbindlichkeiten zum Beispiel so aus.

Damit hätte Max Verbindlichkeiten in Höhe von €4.550. Als Faustregel, je weniger desto besser? Nicht ganz, denn es kommt ganz auf die jeweilige Verbindlichkeiten an. Mehr dazu weiter unten.

Nach nicht mehr als 10 Minuten hast Du damit Die einzelnen Bestandteile Deines Vermögens und Dein Nettovermögen bestimmt. Im Fall von Max beträgt sein aktuelles Nettovermögen €8.680.

Als ich meine eigene Vermögensinventur gemacht habe, habe ich sehr viel über mich selbst gelernt. Denn so weiß ich jetzt, wo mein Vermögen steckt, wie flexibel es ist, welche Verbindlichkeiten dem gegenüber stehen und wo mein Vermögen aktuell kränkelt, weil es z.B. von Konsumkrediten zurückgehalten wird.

Schritt 2 – Bestimme wie Dein Vermögen aussehen sollte

In meinem Artikel „Wie mein Vermögen idealerweise aufgebaut sein sollte“ beschreibe ich insgesamt 4 Vermögenstöpfe sowie deren Relation und Priorität zueinander als groben Leitfanden, an dem ich mich bei meinem Vermögensaufbau entlang bewege.

Wenn Du den Artikel noch nicht gelesen hast, solltest Du es vielleicht kurz nachholen, denn die Idee dahinter ist simpel, jedoch sehr effektiv.

Demnach besteht mein Vermögen im Kern aus:

  1. einem Finanzpolster
  2. einem diversifizierten Aktienportfolio
  3. einzelnen Investments in Aktien und Immobilien; und zu guter Letzt
  4. risikoreicheren Beteiligungen und Investments

In meinem Artikel habe ich das Thema Schulden bewusst außen vor gelassen, denn mein ideales Vermögen enthält keine Schulden. Das ist eines der Kernpunkte, die für mich finanzielle Unabhängigkeit bedeuten.

Die einzige Ausnahme bilden hier Immobilienfinanzierungen für Kapitalanlagen, die ich auch definitiv nutzen werden. Sie haben nämlich den großen Vorteil, dass das benötigte Eigenkapital beim Kauf einer Kapitalanlage deutlich reduziert und die Rendite gesteigert werden kann (bei höherem Risiko natürlich). Darüber hinaus können Zinsen bei Kapitalanlagen steuerlich berücksichtigt werden, was bei Konsumkrediten und der selbstgenutzten Immobilie nicht der Fall ist.

Kommen wir zurück zu den 4 Vermögenstöpfen. Bereits hier wirst Du also schnell merken, an welchen Baustellen Du an Deinem Vermögen arbeiten solltest.

Schritt 3 – Bewege Dein Vermögen vom IST- zum SOLL-Zustand

Thema Finanzpolster

Bei unserem Beispiel des Berufseinsteigers Max wäre der erste Punkt sich ein Finanzpolster aufzubauen und es auf ein separates Konto (z.B. ein nicht genutztes Tagesgeldkonto) zu legen. Denn es ist wichtig, dass es außerhalb der eigenen Reichweite bleibt und nur für Notfälle angerührt wird. Ich empfehle absolut jedem ein solches Finanzpolster aufzubauen und zu halten. Es sollte dabei mindestens das 3 bis 6-fache Deiner monatliche Einnahmen oder zumindest Deiner monatlichen Ausgaben betragen.

Denn es wird mit Sicherheit der Tag kommen, an dem Dein Auto repariert werden muss, Deine Waschmaschine den Geist aufgibt, Dein Gehalt ein paar Tage oder Wochen später überwiesen wird oder Du vielleicht sogar Deinen Job verlierst. Genau dann wirst Du mehr als glücklich sein, finanziell bestens dafür aufgestellt zu sein.

Thema Schulden

Sag Konsumschulden den Kampf an. Solltest Du über Konsum- oder ähnliche Schulden verfügen, sollten diese als nächstes aus dem Weg geräumt werden.

Warum das so wichtig ist? Stell dir vor Du versuchst eine Rolltreppe hochzulaufen. Mit Konsumschulden wäre das Ganze aber so als ob diese Rolltreppe gleichzeitig in die entgegengesetzte Richtung läuft. Je höher die Zinsen, desto schneller läuft Sie Dir entgegen.

Diese Art von Schulden und Zinsen lassen also Dein Vermögen schrumpfen und zwingen Dich immer weiter zu arbeiten, denn sie müssen ja schließlich bezahlt werden. Das lässt sich jedoch leicht vermeiden, indem Du einen großen Bogen um Konsumschulden machst.

Wenn Du diese beiden Punkte Finanzpolster und Schuldenabbau gemeistert hast, bitte nicht wundern, denn damit hast Du bereits die erste Stufe der finanziellen Freiheit erreicht (zu meiner Definition finanzieller Unabhängigkeit). Das ist wirklich ein Grund zum feiern, denn ab diesem Zeitpunkt bist Du nicht mehr gezwungen Kredite abzubezahlen und hast auch genug Puffer, sollte mal etwas schief gehen.

Gönn Dir ab jetzt einen erholsamen und sorgenfreien Schlaf.

Thema Vermögensaufbau

Wenn Du die beiden oberen Punkte gemeistert hast, folgt dann die wichtigste Phase Deines Vermögens: Der Vermögensaufbau.

Das gute zu diesem Zeitpunkt ist, dass nun jeder Euro, den Du verdienst und investieren möchtest, Dein Nettovermögen erhöht, ohne dabei von Schulden ausgebremst zu werden.

Ich selbst bin genau in dieser Situation und versuche jetzt nach und nach die 3 verbleibenden Vermögenstöpfe wie in meinem Artikel beschrieben zu füllen. Welche Reihenfolge ich dabei beachte und in welcher Relation diese Töpfe zueinander stehen, kannst Du in dem Artikel ganz einfach nachlesen.

Meinem Gefühl nach geht es ab diesem Moment endlich bergauf. Denn wenn Du an die Rolltreppe zurückdenkst, ist sie nämlich jetzt nicht nur stehen geblieben, sondern fährt mit jedem investierten Euro schneller und schneller in genau die Richtung, in die Du auch möchtest.

Schlusswort

Jetzt ist der Artikel doch länger geworden, als geplant, aber ich hoffe es ist klar geworden, warum eine kurze Vermögensinventur Sinn macht. Das gilt vor allem auch dafür, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und sich Gedanken zu machen, wie das Vermögen in Zukunft grob aussehen sollte.

Und jetzt auf, ran an das Blatt Papier und erreiche die erste Stufe Deiner finanziellen Freiheit.

In a Nutshell

  • 2 Fragen sind entscheidend: Wie sieht Dein Vermögen aktuell aus und wie soll es in Zukunft aussehen?
  • Schritt 1: Bestimme ganz einfach mit Hilfe eines Blatts Papier und eines Stiftes, welches Vermögen Du aktuell besitzt (Bargeld, Girokonten, Aktiendepot, etc.), welche Verbindlichkeiten dem gegenüber stehen (Konsumschulden, Bildungskredite, etc.) und was Dein Nettovermögen ist
  • Schritt 2: Bestimme, wie Dein Vermögen aussehen sollte, um ein Ziel zu haben woraufhin Du arbeitest. Bei mir besteht es aus insgesamt 4 Vermögenstöpfen (Finanzpolster, diversifiziertes Aktiendepot, einzelne Aktien- und Immobilieninvestments, und Risikobeteilungen) und ohne Schulden (mit Ausnahme der Immobilienfinanzierung von Kapitalanlagen)
  • Schritt 3: Arbeite an den Baustellen Deines Vermögens, um Dein Ziel-Vermögen zu erreichen. Als allererstes empfehle ich Dir ein Finanzpolster aufzubauen und Konsumschulden loszuwerden. Damit erreichst Du bereits Die erste Stufe finanzieller Unabhängigkeit

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6 comments on “Mache eine Vermögensinventur

  1. Hallo Wolfgang,

    ich habe deinen Blog kürzlich entdeckt und finde deine Beiträge sehr interessant und lehrreich, bitte weiter so!

    Eine Frage zu den Konsumentenkrediten hätte ich allerdings: Wie stehst du zu 0%-Finanzierungen, vorausgesetzt, man hätte sich das Produkt auch ohne Kredit gekauft und der Preis ist gegenüber einem Sofortkauf (z. B. bei einem anderen Anbieter) nicht höher?

    Beste Grüße

    Eric

    1. Hi Eric,

      danke für deinen Kommentar und vor allem auch für die gute und absolut berechtigte Frage zur 0%-Finanzierung. Wenn du mich fragst, ist die 0%-Finanzierung eine Frage der Disziplin. Grds. wäre es mir und dir ja ein Vorteil, je später wir etwas bezahlen müssten (wenn dafür keine Zinsen anfallen). Manchmal locken Banken sogar mit einer €50-100 Cashback Aktion, wenn man zum ersten Mal von einer solchen Finanzierung Gebrauch macht, sodass es sich auch preislich lohnen kann.

      Und hier fängt die Disziplin an. Angenommen du würdest nicht in die Falle tappen dir mehr Dinge zu kaufen, als du es per Sofortkauf getan hättest, würde ich in jedem Fall sicher stellen, dass alle noch ausstehenden Beträge auf einem deiner Konten bereit liegen, so als ob du Morgen alle offenen Raten begleichen müsstest (umso wichtiger, je teurer die Anschaffung). Darüber hinaus würde ich vermeiden, auch wenn verlockend, dieses Geld in der Zeit der Tilgung anderweitig zu investieren. Wenn ich z.B. in Aktien investiere, möchte ich keine Vorgabe durch den Ratenkredit haben, wann ich Aktien wieder verkaufen muss, denn das könnte zu einem für mich nicht unbedingt günstigen Zeitpunkt sein. Selbst das Festgeld wäre schwierig, denn dort kommt man z.B. für 6 oder 12 Monate nicht an sein Geld, wenn man es braucht. Und je nachdem um welche Beträge es hier geht, lohnt sich der Aufwand und das Risiko meiner Meinung auch nicht wirklich bei dem was dabei rausspringt. Zu guter Letzt würde ich dafür sorgen, dass wirklich jede Rate pünktlich gezahlt wird und ich nicht zu hohe und auch nicht zu viele solcher Konsumkredite aufnehme. Denn all das könnte zum Schluss noch Auswirkungen auf meine Schufa haben, die mir dann an anderer Stelle Probleme machen könnte.

      Ich schreibe für mich solche 0%-Finanzierungen nach wie vor nicht ganz ab, weil sie sich durchaus lohnen können (z.B. wenn die Sache durch Cashback Aktionen günstiger wird). Sollte der Preis jedoch der gleiche sein, würde ich um ehrlich zu sein den Aufwand das das Risiko eher meiden, denn es springt dabei einfach nicht genug bei raus (wie man so schön sagt, viel Downside bei wenig Upside).

      Wie siehst du das Ganze und hast du vielleicht sogar schon eigene Erfahrungen mit Konsumkrediten?

      Gruß, Wolfgang

  2. Hallo Wolfgang,

    Danke für deine ausführliche Antwort. Ich bin absolut bei dir, wenn du sagst, dass man die nötige Disziplin braucht, um sich nicht automatisch mehr Produkte zu kaufen, als man es bei einem Sofortkauf tun würde.

    Bei der 0%-Finanzierung sehe ich persönlich zwei Vorteile, bitte korrigiere mich, wenn ich da einen Denkfehler habe:

    1) eine Zahlung, die ich in Zukunft tätige, hat doch theoretisch heute einen geringeren Barwert, d. h. meine Gesamtinvestition über x Monate ist eigentlich geringer als der Barwert eines Sofortkaufs am heutigen Datum
    2) das Geld, welches man nicht sofort in das Produkt steckt, steht einem theoretisch für andere Zwecke zur Verfügung und kann für dich arbeiten, was den Vorteil aus 1) vergrößern kann

    Beim zweiten Punkt stimme ich dir vollkommen zu und denke, dass dem Sicherheitsaspekt bei größer werdenden Anschaffungskosten eher Sorge getragen werden muss. Da ist sicherlich die Frage, wo jeder einzelne seine Grenze zieht. Da kann ja im Notfall (z. B. Jobverlust), der ja eigentlich eher nicht eintreten sollte, das Finanzpolster aushelfen, um die fällige Restsumme sofort zu begleichen. Mit diesem Geld würde man ja sowieso nicht arbeiten.

    Alles in allem würde ich sagen, dass 0%-Finanzierungen unter folgenden Bedingungen eher unkritisch sind:

    – man verliert nicht den Überblick bzw. übernimmt sich nicht und kauft nur Produkte, die man sich auch bei einem Sofortkauf gekauft hätte
    – die Anschaffungskosten sind nahezu gleich denen auf dem Markt

    Ich bin kein Fan davon, das monatliche Netto auf den letzten Cent auszureizen, daher würde ich auch nicht auf die Idee kommen, bei einem knappen Budget auch noch eine 0%-Finanzierung zu nutzen. Aber wenn es das monatliche Budget hergibt, ist eine 0%-Finanzierung unter den o. g. Bedingungen durch die erwähnten Vorteile in meinen Augen einem Sofortkauf sogar vorzuziehen.

    Aber wie gesagt, vielleicht habe ich auch einen eklatanten Denkfehler bei meinen Überlegungen und lasse mich gerne eines besseren belehren.

    Beste Grüße

    Eric

    1. Hi Eric, du liegst vollkommen richtig. In der Theorie arbeitet mindestens die Inflation zu deinen Gunsten. Wenn du dann noch eine Rendite auf das (noch) nicht ausgegebene Geld erhältst, sieht die Rechnung umso besser aus. Solange das Finanzpolster an die höhere Verschuldung angepasst wird, dürfte auch das Risiko im Normalfall überschaubar sein.

      Wie gesagt, ich schreibe solche Finanzierungen für mich nicht per se ab aber schaue genau hin, ob sich der Aufwand für mich überhaupt lohnt. Dank aktueller Niedrigzinsen würde es aus meiner Sicht erst ab 4-stelligen Beträgen anfangen Sinn zu machen (Schufa mal ausgeklammert). Wenn man dann noch eine Rendite erzielen möchte, müsste man heutzutage jedoch eher an die Börse als ans klassische Tagesgeldkonto.

      In jedem Fall eine spannende Frage für die die Antwort Morgen durchaus anders aussehen könnte. Als Beispiel, vor mehr als 5 Jahren gab es noch etwa 2% Zinsen p.a. auf ein Tagesgeldkonto.

      Gruß, Wolfgang

  3. in deinem Beitrag ist mir aufgefallen, dass du persönliche Fähigkeiten, die persönliche Motivation, die persönliche Lebenserfahrung nicht als Vermögen bei der Vermögensinventur genannt hat.

    Dies ist umso bemerkenswerter, dass auf der Seite „Über mich“ zählst du die eigenen Fähigkeiten, Qualifikation (Immobilien Mensch), die Charaktereigenschaften (Rationalist, Perfektionist, strukturiert), die persönlichen Umstände (stehe voll im Berufsleben, eine Familie, die sich auf drei Kontinente verteilt ist), die Lebenserfahrung, persönliche Werte (Ehrlichkeit, Transparenz), Prioritäten (unabhängig zu sein) und die Motivation für deine solide Finanzplanung auf.

    Die Persön, die Persönlichkeit ist ein sehr wichtiger Wert. Das Geld kommt und geht, die Persönlichkeit bleibt in Erinnerung umso länger, je nach dem, wie einzigartig, wie authentsich diese Person durch das Leben gegangen ist. In diesem Zusammenhang fällt mir die in den Medien vielfach zitierte Stanford-Rede von Steve Jobs , in der er unter anderem das Motto „Bleibt hungrig, bleibt tollkühn“ als eine Art Vermächtnis verkündet hat. Ich selbst habe nie ein Gerät von Apple besessen und kein Gerät von Apple genutzt. Ich habe aber Respekt vor der Lebensleistung von Steve Jobs.

    Vermutlich hat Steve Jobs dieses Motto: [quote]Eure Zeit ist begrenzt, lebt nicht das Leben eines anderen …Habt den Mut, eurem Herzen und eurem Gefühl zu folgen. Alles andere ist nebensächlich … Bleibt hungrig. Bleibt tollkühn.[/quote] genauso wenig erfunden wie das Smartphone. Er hat aber die Gefühle „hungrig, tollkühn“ als eine Art Vermögen betrachtet, ist dem Motto gefolgt und getrieben vom Hunger und Tollkühnheit an der Verwirklichung von seinen Visionen gewirkt.

    Gefühle und Werte sind m.E. bei der Vermögensinventur, der Planung und der Realisierung von Investments immens wichtig. Nicht nur unter moralischen Gesichtspunkten. Gefühle und Werte können ggf. einen davon abhalten, in Aktien der Rüstungsunternehmen zu investieren, obwohl diese Aktien momentan ziemlich lukrativ sind. Es kann nämlich schlicht und einfach passieren, dass in wenigen Jahren durch die Geflüchtete aus den mit Kriegswaffen aus Deutschland zerstörten Ländern soziale und politische Turbulenzen in Deutschland entstehen.

    1. Hallo Gustav,

      danke dir erstmal für deinen langen Kommentar, der eine interessante und wie ich finde sehr wertvolle konstruktive Kritik enthält. Du hast nämlich Recht damit, dass das eigene Humankapital als auch die eigenen Werte, Erfahrungen, Motivationen und auch Gefühle nicht zu vergessen sind. Und gut, dass du es ansprichst, denn in meinen Augen ist dieser Teil von uns um einiges mehr wert als das reine Geldvermögen jemals sein könnte. Erst dieser Teil von uns macht uns zu einem Menschen und entscheidet auch darüber, zu welcher Art von Mensch. Das mess- und greifbare Geldvermögen ist oft nur ein Endprodukt dessen.

      Der Zweck dieses Artikels war jedoch ein ganz anderer. Es ging hier rein um das Geldvermögen und dabei sollte es innerhalb dieses Artikels auch bleiben. Zum Thema Humankapital, Werte, Erfahrungen, usw. könnte man an dieser Stelle ganze Bücher füllen. Nur weil es aber hier nicht explizit genannt ist, heißt es nicht, dass es (mir) nicht wichtig ist.

      Danke nochmal für deinen Kommentar! Vielleicht kommt in Zukunft genau zu diesem Thema ein eigener Artikel 😉 Gruß, Wolfgang

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