Leere Zeit nutzen (4 Ideen)

Mir fällt immer wieder auf,

dass es über den Tag hinweg kleine und große Zeitfenster gibt, die sich entweder vermeintlich nicht nutzen lassen (…weil man gerade unterwegs ist) oder die einfach zu kurz erscheinen (…weil man auf dem Sprung ist, aber theoretisch noch 15 Minuten Zeit hätte).

In dieser “leeren Zeit” – so nenne ich das mal – greift man gerne zu den klassischen Zeitvertreibern: YouTube, Facebook, Instagram, … YouTube ist bei mir hier ganz vorn.

Gerade weil ich mich jedoch immer wieder darüber geärgert habe, dass ich vermeintlich keine Zeit habe das Buch zu lesen, das ich mir vor Monaten gekauft habe (mittlerweile Bücher, plural), oder die Artikel zu lesen, die als offene Tabs meinen Browser ans Limit bringen, habe ich nach Wegen gesucht, diese leere Zeit zu nutzen.

180 Stunden im Jahr und mehr drin!

Wenn ich es mal hochrechne, habe ich theoretisch jeden Tag mindestens 1-2 Stunden an leerer Zeit, an manchen Tagen auch deutlich mehr. Als Beispiel:

  • ich brauche etwa 25 Minuten bis zur Arbeit, 25 Minuten wieder zurück
  • wenn ich nicht zum Lunch verabredet bin oder wenn ich Dinge in der Stadt erledigen muss, sind dass theoretisch weitere 30-60 Minuten
  • Flüge bringen 1-2 Stunden plus die Zeit am Flughafen; demnächst fahre ich mit dem Zug ins Ausland, was sogar 4 Stunden pro Fahrt bedeuten würde
  • wenn meine Freundin und ich weggehen und sie sich fertig machen muss, sind es auch noch mal 5 Minuten in ihrer Zeit (also 20-30 Minuten in meiner)

Mir geht es nicht darum, jede letzte Minuten auszureizen. Erst recht dann nicht, wenn ich nicht allein unterwegs bin.

Ich merke jedoch, dass es sich unglaublich lohnt diese leere Zeit auszunutzen, für was auch immer das sein mag. Allein mein 25 Minuten Arbeitsweg ergibt bei 220 Arbeitstagen im Jahr (nach Abzug von Urlaubstagen) über 180 Stunden, die ich zum Beispiel für Podcasts nutzen kann. Mit einem kleinen Trick sind sogar 50% mehr drin!

Nachfolgend also ein paar Ideen für Dich, wie ich selbst meine leere Zeit nutze, wenn ich es denn möchte.

Ja, sie klingen alle offensichtlich, aber manchmal braucht es den richtigen Impuls zur richtigen Zeit.

Vor weniger als einem Jahr hatte ich Podcast nicht mal in Erwägung gezogen. Dank meiner Freundin nutze ich sie mittlerweile täglich. Deshalb…

Idee 1 – Podcasts

Ob auf dem Weg zur Arbeit, im Auto, beim Training oder wenn ich sonst allein unterwegs bin, sind Podcasts für mich die erste Anlaufstelle.

Hier finde ich alles von Unterhaltung (z.B. „Couples Therapy with Candice and Casey“) hin zu Motivation, Inspiration und Weiterbildung (z.B. „The Tim Ferriss Show“ oder „TED Talks Daily“). Wenn Du ein iPhone nutzt, schau einfach in die Podcast App und suche nach den Themen, die Dich interessieren könnten. Du wirst mit Sicherheit fündig!

Manche Podcasts höre ich gern in 1,5-facher Geschwindigkeit. Man kann dem Podcast immer noch super folgen, so kann ich jedoch in der selben Zeit 50% mehr hören.

Idee 2 – News & Blogartikel

Wenn es mal keine neuen Podcast Folgen gibt oder ich Gelegenheit habe mich hinzusetzen, z.B. im Zug oder im Flieger, lese ich die Artikel, die sich bei mir in meiner Inbox stapeln.

Ich nutze dafür hauptsächlich die Newsletter von Medium.com und getpocket.com, die mir jeden Tag nach meinen Interessen Artikel zusammenstellen. Finanzblogroll.de screene ich bei der Gelegenheit auch ganz gerne.

Idee 3 – Bücher

Wenn es dann mal was Längeres ist, wie die anstehende 46-Stunden Zugfahrt, nehme ich mir eines meiner vielen ungelesenen Bücher mit.

Auf meiner letzten Reise nach Barcelona habe ich z.B. The Richest Man in Babylon von George Samuel Clason gelesen. Als nächstes steht Die Kunst, über Geld nachzudenken von André Kostolany auf der Agenda.

Ich bevorzuge nach wie vor gedruckte Bücher und noch komme ich damit gut klar, wenn ich unterwegs bin. Wenn Du jedoch eBooks nutzt, ist das natürlich umso praktischer.

Idee 4 – Ewige To Dos

Wenn es wirklich nur 10-15 Minuten sind, die ich an Zeit habe, oder ich keine Lust auf Podcasts oder Texte habe, ich aber trotzdem produktiv sein möchte, stöbere ich in meinen ewigen To Dos.

Nicht selten schreibe ich Dinge auf meine To Do Liste und werde sie gefühlt nie wieder los. Es sind meistens ätzende Themen wie „Notizen auf dem Handy ausmisten“, die man in seiner sonst leeren und ungenutzten Zeit ganz gut unterbringen kann.

Fazit

Ich glaube wir alle haben mehr Zeit als wir denken und wie Du siehst, lässt sich praktisch immer etwas finden, wenn man sich gerade produktiv fühlt.

Das wertvolle an dieser „leeren Zeit“ ist, dass ich nicht an anderer Stelle Zeit aufgeben muss, wenn ich mir eine neue Podcast Folge anhören möchte.

Mich würde sehr interessieren, was Du mit Deiner leeren Zeit anstellst. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass ich diese Zeit eher weniger für kreative Dinge nutzen kann (auch wenn nicht selten gute Ideen dabei rausspringen). Ist das bei Dir ähnlich?

PS: Falls Du auch dann noch das Gefühl hast, keine Zeit zu haben, könnte Dir vielleicht mein Artikel “Was tun bei chronischem Zeitmangel” weiterhelfen.

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2 comments on “Leere Zeit nutzen (4 Ideen)

  1. Hallo Wolfgang,

    auch ich war mal in dieser Phase, in der ich meine Zeit optimiert habe. Dabei habe ich Podcasts gehört, Fachbücher gelesen, oder Ted-Videos angeschaut; auf dem Weg zur und von der Arbeit, versteht sich. Ich habe beim Warten auf die Bahn „heimlich“ mein Gesäß trainiert, das lässt sich gut durchführen, im Stehen, und keiner merkt’s. Ich habe beim Warten auf Dinge Kniebeugen durchgeführt, oder Augentraining. Meinen Fernseher habe ich abgestellt, das ist oft der Zeitfresser Nr.1.
    Diese Phase fühlt sich gut an. Man merkt am Ende des Tages, dass man etwas getan hat und fühlt sich selbstbewusster und auf irgendeine Art und Weise auch vorbereitet auf alle möglichen Dinge.

    Jetzt habe ich ein Kind, und relativ schnell kommt man in eine neue Phase. Zu Beginn nutzt man die leere Zeit einfach nur zum Abschalten, die Gedanken dahin gleiten lassen; kein Buch, kein Podcast, keine Videos, keine Nachrichten, keine Musik. Einfach starren, und das Gefühl genießen, dass nichts und niemand die eigene Aufmerksamkeit fordert. Denn das ist das was passiert, die kleinen Racker wollen Aufmerksamkeit, egal welche Art: Spaß, Wut, Freude,… Jetzt ist er 2 Jahre alt und ich bin seit einigen Monaten wieder am konsumieren von Wissensquellen(kein Fernsehen!). Es spielt sich alles wieder ein, mehr oder weniger.
    Aktuell suche ich eine Methode, wie ich Zeit, die ich mit meinem Kind verbringe, auch zum Optimieren meiner Fähigkeiten nutzen kann. Denn Podcasten, Videos gucken und Fachbücher lesen geht nicht so gut…

    1. Hi Robert, vielen Dank für das Teilen deiner persönlichen Erfahrung.

      Was ich für mich gemerkt habe ist dass das Optimieren der eigenen Zeit auch so seine Grenzen hat. Denn wenn man mal mehrere Stunden im Flieger sitzt und sich dazu entscheidet einfach nur Filme zu schauen oder mal die Gedanken schweifen lassen möchte, fühlt man sich fast schon schuldig, weil man die Zeit ja hätte „besser“ nutzen können. Gerade wenn ich aber in der Zeit nicht alleine unterwegs bin, sondern mit meiner Freundin, Freunden oder Familie, denke ich, dass das „besser“ ruhig auch mal nichts tun und den Moment genießen sein kann. Deswegen finde ich es echt super, dass du dich in diesen 2 Jahre für deinen Sohn entschieden hast und nicht dafür die Zeit mit ihm oder deine freien Minuten durchzuoptimieren.

      Du scheinst in jedem Fall mehr Lebenserfahrung zu haben als ich, aber ich würde dir raten zum einen die Zeit mit deinem Sohn nicht mit Podcasts & Co. durchzuoptimieren. Die Zeit zwischen euch ist zu wertvoll sie nur mit halber Aufmerksamkeit zu genießen. Ich hatte das Glück dass mein Vater mir viel Zeit geschenkt hat und dafür bin ich sehr dankbar. Zum anderen musst du aber nicht unbedingt auf andere Dinge verzichten. Finde Themen die dich und deinen Sohn gemeinsam interessieren und weiter bringen. Auch hier wird er dir sehr dankbar sein wenn du ihn sehr früh wertvolle Lektionen (sei es der Umgang mit Geld, Freundschaften, anderen Kulturen, usw.) spielend beibringst. Ich bin mir sicher, dass auch du dabei was neues lernst und dein Sohn dir vielleicht die Augen öffnet da Kinder die Welt oft noch anders sehen.

      Viel Spaß euch weiterhin!

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