Kenne Deine Ausgaben: Der große Unterschied zwischen Arm und Reich

Es ist noch niemand durch’s Geld Ausgeben reich geworden.

Es ist also absolut in Deinem Interesse, Deine Ausgaben genauestens zu kennen und zu wissen, wofür Du Dein wertvolles und hart erarbeitetes Geld ausgibst.

Warum es so wichtig ist

Die eigenen Einnahmen sind in der Regel einfach zu überschauen. Meistens gibt es eine einzige oder nur wenige Haupteinnahmequellen. Bei den meisten dürfte das der Vollzeitjob sein, bei dem das Geld üblicherweise einmal monatlich zum Monatsende überwiesen wird.

Bei den Ausgaben ist die Sache schon schwieriger. Es gibt zwar ebenfalls einen großen Teil, der sehr regelmäßig auftaucht wie zum Beispiel die Miete oder Versicherungen. Es gibt jedoch unzählige weitere Ausgaben, die absolut zufällig innerhalb eines Monats oder über das Jahr verteilt auftauchen.

Du kennst es sicherlich auch, man startet in den Monat hinein und die erste Woche scheint noch überschaubar zu sein. €15 hier, €50 da, nochmal €20 hier, die Miete noch schnell überwiesen, usw.

Ab der zweiten Woche fängt das Spiel erst richtig an. „Habe ich in der letzten Woche €200 oder vielleicht doch €350 ausgegeben?“. Gegen Monatsende hat man das Gefühl, dass man zich Mal am Bankautomaten war und trotzdem kein Bargeld in der Brieftasche hat.

Ich gehe finanziell sehr bewusst durchs Leben.

Was mich früher sehr gestört hat ist genau dieses Gefühl: nicht zu wissen, wie viel man tatsächlich schon ausgegeben hat und wie viel man noch ausgeben darf, bevor man anfängt das Konto zu plündern.

Aus diesem Grund habe ich bereits 2010, also kurz vor meinem Studium, damit angefangen, meine Ausgaben zu dokumentieren – erst mit Excel, danach mit einem richtigen Budgetplaner. Denn das Bändigen der eigenen Ausgaben ist umso wichtiger, wenn keine oder kaum Einnahmen vorhanden sind, um sie aufzufangen.

Einige Jahre später ergeben sich für mich 3 gute Gründe sowie ein nicht zu unterschätzender Bonus, warum auch Du Deine Ausgaben tracken solltest, egal ob Du schlussendlich Excel, einen Budgetplaner oder sonst etwas dafür nutzt.

Grund #1

ist wie gesagt die Möglichkeit seine eigenen Ausgaben zu tracken und jederzeit zu wissen, wie viel man bisher ausgegeben hat. Damit stellst Du sicher, dass Du Herr Deiner Ausgaben bleibst und genau weißt, wie viel Luft Du nach oben noch hast.

Nachdem ich 2010 damit angefangen habe, meine Ausgaben in Excel zu dokumentieren, bin ich Ende 2011 relativ schnell auf einen richtigen Budgetplaner umgestiegen und benutze den selben Planer auch heute noch. Über die Zeit haben sich also einiges an Einnahmen und vor allem Ausgaben angesammelt, die ich jetzt nach Lust und Laune filtern, auswerten und vergleichen kann.

Du musst jedoch nicht erst 5 oder 10 Jahre warten, bis Du Dir die Daten zu nutze machen kannst. Bereits nach einem einzigen Monat hast Du einen sehr guten Eindruck, wo genau Dein Geld im Laufe des Monats auf der Strecke bleibt.

Je länger Du Deine Ausgaben verfolgst, desto mehr wirst Du über Dein Geld und Dich selbst erfahren. Ein sehr gutes Bild erhältst Du nach 12 Monaten, denn dann sind in der Regel alle Kosten einmal aufgetaucht, auch die die nur einmal jährlich gezahlt werden wie z.B. Versicherungen, die Kfz-Steuer, usw.

Grund #2

ist somit die einmalige Chance Deine Ausgaben und Dein Konsumverhalten über die Zeit sehr einfach auswerten zu können. Aufgrund dessen, dass viele Budgetplaner zahlreiche Funktionen wie das Filtern, Vergleichen, Exportieren usw. anbieten, kannst Du sehr leicht verschiedene Ausgabenarten oder -beträge Monat für Monat analysieren und für Dich wertvolle Schlüsse ziehen.

Jetzt kommen wir jedoch zum wichtigsten Grund.

Nachdem Du Deine Ausgaben 1 bis 12 Monate lang verfolgt und sie in einen Planer eingepflegt hast, ist es nun Zeit sie Rede und Antwort stehen zu lassen. Denn Dein Ziel sollte es sein, mehr Geld am Ende des Monats übrig zu haben und gleichzeitig mehr aus Deinem Geld herauszuholen  – also Deine Sparquote zu erhöhen, ohne das Gefühl zu haben auf etwas verzichten zu müssen.

Und dies geht nur, wenn Du unnötige Ausgaben identifizierst und diese bekämpfst.

Nachdem Du nämlich Deine Ausgaben laufend auswertest, wirst Du zum Beispiel feststellen, dass Du monatlich für ein Musik Streaming Dienst zahlst und quartalsweise noch ein weiteres bei einem anderen Anbieter gebucht hast, ohne es wirklich zu nutzen. Oder du merkst, dass Du jeden Monat mehr für Strom als für Lebensmittel ausgibst und Du hier sehr leicht den Anbieter wechseln und vielleicht den einen oder anderen Stromfresser identifizieren könntest. Oder Du stellst fest, wie viel andere vermeintlich kleine €3 bis €6 Gewohnheiten wie z.B. das Rauchen oder der morgentliche Kaffee To-Go über die Zeit so alles kosten.

Grund #3

ist also die absolut notwendige Basis dafür, Deine Ausgaben optimieren zu können – aus meiner Sicht wortwörtlich Gold wert.

Die 3 soweit genannten Gründe sind eher finanzieller Natur, das heißt Du wirst wissen, wie viel Geld du ausgibst, wofür Du Dein Geld ausgibst und wie Du Dein Geld optimieren kannst.

Es gibt jedoch einen für mich nicht zu unterschätzenden Bonus: Das Gefühl die eigenen Finanzen voll im Griff zu haben.

Keine Kontrolle über seine Finanzen zu haben, egal ob gut verdienend oder nicht, führt schnell zu Stress und Depressionen.

In Verbindung mit einem ausreichenden Finanzpolster ist das Beherrschen der eigenen Ausgaben das Fundament und Erfolgsrezept für einen erholsamen und sorglosen Schlaf. Wenn Du beides verinnerlicht hast, steht Dir nichts mehr im Weg.

Gängige Einwände und Widerworte

Ich kann doch nicht jede einzelne Ausgabe verfolgen; das kostet viel zu viel Zeit.

Wenn Du so viele Ausgaben haben solltest, dass Du sie nicht mehr aufschreiben kannst, dann solltest Du mal darüber nachdenken.

Seit 2011 nutze ich einen Budgetplaner und tracke jede einzelne Ausgabe. Wenn es mal ein Urlaub war, bei dem ich das Handy nicht immer dabei hatte oder wenn es mal ein Abend war, bei dem viele einzelne Ausgaben zusammen kommen, dann schreibe ich Sie konsolidiert als eine Ausgabe auf.

Dabei gilt lieber konsolidiert und gegebenenfalls gerundet als gar nicht.

Wenn es Dich zu viel Zeit kostet, ist es sicherlich ratsam mal Deine Ausgaben einzudampfen, denn dann hört es sich nach viel Optimierungspotential an.

Ich möchte meine Ausgaben und Einnahmen nicht online speichern.

Ich nutze einen online Budgetplaner und ich weiß, dass es vielleicht dem einen oder anderen nicht unbedingt schmeckt, seine Ausgaben und Einnahmen online zu dokumentieren.

Diese vermeintliche Unsicherheit lässt sich jedoch leicht aus der Welt schaffen.

Erstens, nutze einen seriösen Anbieter. Ich benutze seit Jahren den Web-Budgetplaner der Sparkassen-Finanzgruppe, bei dem viel Wert auf Datensicherheit gelegt und ein hohes Maß an Verschlüsselung gewährleistet wird.

Zweitens, anonymisiere Deine Eingaben. Wenn Du Dein Gehalt einträgst, bist Du ja nicht gezwungen aufzuschreiben, bei welchem Unternehmen Du arbeitest. Es reicht die Art (Einnahme), die Kategorie (Gehalt) und der Betrag. Die für die Registrierung benötigte E-Mail Adresse kannst Du genauso anonymisieren (z.B. abstrakter Name für die E-Mail Adresse anstelle Deines eigenen), solltest Du das Maximum an Anonymität herausholen wollen.

Drittens, nutze Offline Lösungen. Sollte immer noch Skepsis gegenüber einem online Budgetplaner bestehen, gibt es auch offline Lösungen wie z.B. Excel Vorlagen oder auch ganze Budgetplaner.

Ich gehe bereits jetzt schon gut mit meinem Geld um; ich brauche keinen Budgetplaner.

Wetten doch.

Ich kann Dir versprechen, dass Du bereits nach den ersten 3 Monaten locker €100 jeden weiteren Monat einsparen kannst, nur weil Du dich näher mit Deinen Ausgaben beschäftigst.

Hinzu kommt, dass zumindest bei mir der Ehrgeiz dadurch geweckt wird, mehr aus meinem Geld herausholen zu wollen und ich mein Geld viel gezielter ausgebe ohne auch nur den Hauch des Gefühls zu haben auf etwas verzichten zu müssen.

Schlussendlich ist Dein Haushalt sehr vergleichbar mit einem kleinen Unternehmen, das genauso über Einnahmen und Ausgaben verfügt. Ein gesundes Unternehmen zeichnet sich ja dadurch aus, dass es Monat für Monat, Jahr für Jahr positive Gewinne erzielt. So solltest auch Du Monat für Monat, Jahr für Jahr mehr Geld einnehmen als Du ausgibst. Und das funktioniert meines Erachtens am besten, wenn Du Deine Ausgaben genauestens kennst.

Wie ich meine Ausgaben unter Kontrolle halte

Wie bereits erwähnt, nutze ich seit Ende 2011 den kostenlosen Web-Budgetplaner der Sparkassen-Finanzgruppe.

Herzstück des Planers sind die Einnahmen- und Ausgaben-Kategorien, die Du zu Beginn vorgeben musst. Als Inspiration für passende Kategorien für Deine Ausgabenseite hilft die folgende Liste, die ich auf FinanceScout24 gefunden habe:

Verpflegung: Hierzu gehören Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren

Wohnkosten: Dieser Posten umfasst die monatliche Miete, aber auch Übernachtungskosten in Hotels oder anderen Unterkünften.

Kleidung: Hier werden alle benötigen Kleidungsstücke berücksichtigt.

Bildung und Ausbildung: Müssen Studiengebühren bezahlt werden oder Gebühren für Bibliotheken, zählen diese zu den Lebenshaltungskosten.

Vergnügen: Eintritte in Kinos, zu Konzerten oder Geld, das auf dem Rummel ausgegeben wird, gehört zu diesen Kosten.

Reisen: Geld für Urlaube gehört ebenfalls zu den Lebenshaltungskosten.

Fortbewegung: Alle Ausgaben für Autos, Monatskarten der ÖPNV oder Flugtickets werden zu den Lebenshaltungskosten gezählt.

Hygiene und Körperpflege: Vom Deo über das Duschgel bis hin zum Parfum oder Klopapier zählen Drogerieartikel zu den Lebenshaltungskosten.

Wenn Du spezielle Ausgaben hast, die aufgrund der Höhe unter einer eigenen Kategorie laufen sollten, solltest Du sie natürlich aufnehmen. Beispiele sind hierfür die Kosten für Tierhaltung, solltest Du Haustiere besitzen oder die Kosten für Mittagessen, solltest Du während der Arbeitszeit oft in der Stadt zu Mittag essen. Kategorien, die eher selten auftauchen können natürlich genau so gut z.B. unter Sonstiges konsolidiert werden.

Bei den Kategorien gilt: so viele wie nötig; so wenige wie möglich.

Nachdem Du nun auch noch Deine ersten Wochen und Monate getrackt hast, sieht Deine Oberfläche des Web-Budgetplaners in etwa so aus:

Warum ich den Web-Budgetplaner immer noch nutze liegt auch vor allem daran, dass ich ihn sehr einfach mobil nutzen kann. Wie das geht, findest Du hier. Die Einträge erfolgen bei mir also alle über das Smartphone und benötigen nur ein paar Sekunden und sieht dann in etwa so aus:

Die Browser-Variante nutze ich nur noch selten, wenn ich z.B. Einträge analysieren oder exportieren möchte. Denn Du kannst die Einträge auch als Excel-Datei speichern.

Probiere mal den Web-Budgetplaner selbst aus und erstelle ein paar Einnahmen und Ausgaben. Wenn Du einen besseren Budgetplaner findest, sag mir gern Bescheid. Ich finde diesen soweit echt super.

In jedem Fall rate ich Dir jedoch dazu, Deine Ausgaben zu beobachten, zu analysieren und zu optimieren.

Glaube mir, es wird eines Deiner besten Investments für die Zukunft sein.

In a Nutshell

  • Kenne Deine Ausgaben in- und auswendig, denn nur so kannst Du das meiste aus Deinem hart erarbeiteten Geld herausholen und anfangen, Dein Vermögen nachhaltig aufzubauen.
  • 3 wichtige Gründe, warum Du Deine Ausgaben z.B. mithilfe eines Budgetplaners tracken solltest: Grund #1, die Möglichkeit jederzeit zu wissen, wie viel Geld Du bereits ausgegeben hast; Grund #2, die Möglichkeit Deine Ausgaben auswerten zu können und zu wissen, wofür Du Dein Geld ausgibst; und Grund #3, die Möglichkeit Deine Ausgaben zu optimieren und unnötige Ausgaben zu bekämpfen.
  • Eine Liste an Ausgaben-Kategorien, die Du tracken könntest, findest du auf FinanceScout24
  • Bei den Ausgaben-Kategorien gilt: so viele wie nötig; so wenige wie möglich.
  • Ein Budgetplaner, der für mich seit Jahren sehr gut funktioniert, vor allem auch mobil, ist der kostenlose Web-Budgetplaner der Sparkassen-Finanzgruppe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.