Geheimtipp #6 – Seh die Börse als das, was sie ist

Die Börse ist Segen und Fluch zugleich

Die Börse hat grundsätzlich einen großen Vorteil. Ich sehe auf die Sekunde genau, zu welchem Preis etwas gerade ge- oder verkauft werden kann.

Die Börse hat jedoch auch einen großen Nachteil. Ich sehe auf die Sekunde genau, zu welchem Preis etwas gerade ge- oder verkauft werden kann.

Das heißt, ich habe jederzeit einen Preis für eine Aktie, Indexfonds, usw. und kann sie auch jederzeit zu diesem Kurs handeln, aber leider weiß ich dadurch auch jederzeit, was mein bestehendes Portfolio an der Börse zu diesem Zeitpunkt wert wäre.

Hmm.

Ich betone dabei aber bewusst wäre, denn dass ist der Punkt auf den ich hinaus möchte. Ich habe mich nämlich immer wieder selbst erwischt, wie ich den aktuellen Kurs meiner Investments verfolge. Wenn die Zahlen grün aufleuchten, freu ich mich, wenn sie rot waren, fühlt es sich an, als ob man etwas auf immer verloren hätte und sich wünscht, dass man dieses Investment wieder rückgängig machen könnte.

Technisch gesehen…

Technisch gesehen ist dabei aber nichts passiert. Ich habe immer noch die selbe Anzahl an Aktien und es sind immer noch die selben Unternehmen, an denen ich beteiligt bin. Und einen Verlust habe ich auch nicht, denn auch wenn der Markt gerade sagt, dass mein Portfolio an dem Tag weniger Wert wäre, heißt es ja nicht, dass ich zu dem Preis auch verkaufen muss.

Deswegen habe ich mir mittlerweile folgende Dinge angewöhnt.

Meine Lösung…

Erstens, ich versuche den heute möglichen Kapitalertrag oder Verlust einer Aktie soweit wie möglich auszublenden, weil er für mich ja eh nur dann relevant wird, wenn ich die jeweilige Aktie verkaufe. Da ich langfristig investiere und solange sich meine Meinung zu dem Unternehmen oder Investment nicht ändert, ist das also noch eine Weile hin.

Ich fokussiere mich eher auf die laufenden Einnahmen und aktuellen Finanzkennzahlen dieses Unternehmens und die damit verbundene Dividenden. Wie gesagt, solange es ein solides Unternehmen ist, kann mir so selbst ein großer Wertverlust aufgrund einer neuen Wirtschaftskrise nichts an haben, denn dann reduziert sich der für mich wichtige Faktor Dividende im schlimmsten Fall auf 0.

Zweitens, vor allem wenn es um die monatliche Bestimmung meines Nettovermögens geht, rechne ich nicht mit dem aktuellen Wert meines Portfolios, sondern mit dem ursprünglichen Ankaufswert. Wie gesagt, die Berücksichtigung von nicht realisierten Kapitalerträgen bzw. –verlusten bedeutet für mich nur Unruhe für mein Vermögen und schlaflose Nächte für mich. Im Prinzip gehe ich ähnlich vor wie im Fall von Immobilien, wo es keine tagesaktuellen Kurse gibt. Im institutionellen Bereich werden deshalb mindestens jährlich Neubewertungen vorgenommen, aber einer Privatperson bleibt erst Mal nichts anderes übrig als mit den Ankaufskosten zu bewerten.

Und siehe da, es lässt sich deutlich ruhiger schlafen.

Ein weiteres gutes Mittel für einen besseren Schlaf ist ein ausreichend großes Finanzpolster. Was ich damit meine und wie ich es für mich umgesetzt habe, findest du hier.

PS

Natürlich sollte man den Markt nicht komplett ausblenden, denn ein Wertverlust an den Börsen kann auch mit strukturellen Problemen des Unternehmens zu tun haben. Aber auch dies würde man an den Kennzahlen des Unternehmens merken. Solche Gelegenheiten nutze ich dann, um mir das Unternehmen nochmal genauer anzuschauen und mich zu fragen, ob meine Meinung sich in irgendeiner Weise geändert hat und ob es Zeit ist die Handbremse zu ziehen, bevor zum Beispiel sogar eine Insolvenz drohen könnte.

Außerdem kann ich natürlich aktuell noch gut reden, denn einen Börsencrash mit einem Wertverlust von über 50% habe ich selbst noch nicht an eigener Haut erlebt. Ich denke jedoch, dass vor allem wenn man gut diversifiziert ist, eine solche Krise nur vorübergehend ist und eher eine Chance bietet sich günstig mit Aktien und Indexfonds neu einzudecken. Und mit meiner Herangehensweise wird mein Vermögen nur träge auch solche auf- und abwärts Bewegungen, wenn überhaupt, reagieren, was mir in jedem Fall zu gute kommt. Denn viel ist reine Einstellungssache und Psychologie.

Wie gehst Du mit auf- und ab Bewegungen an den Börsen um? Lass es mich gerne in den Kommentare wissen, denn das fände ich wirklich spannend.

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