Geheimtipp #3 – Kaufe nicht auf Pump

In meiner Zeit in den USA durfte ich eine sehr spannende Persönlichkeit kennenlernen. Er selbst ist mittlerweile selbstständig und ein erfolgreicher privater Immobilieninvestor.

Eine seiner Grundregeln ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: „Never finance toys!“ Zu Deutsch, finanziere niemals Dein Spielzeug bzw. kaufe nicht auf Pump.

Warum diese Regel so wichtig ist

Nehmen wir Mal an, Du kaufst Dir eine neue Couch für €2.500 und finanzierst sie über 2 Jahre mit 2,5% p.a. (der heutigen Niedrigzinsphase sei Dank). Nach 2 Jahren hättest Du €2.500 abbezahlt und zusätzlich knapp €65 an Zinsen gezahlt (zum Zins-/ Kreditrechner). Die Couch kostet somit auf einmal €2.565 nur weil der Kaufpreis finanziert und nicht sofort bezahlt wurde.

Wenn das auf den ersten Blick nicht nach viel klingt, folgende Anmerkung. Die 2,5% unterstellen eine astreine Bonität. D.h. es könnten durchaus auch 5-15% p.a. sein! Hinzu kommt, dass die Couch nach 2 Jahren (egal ob finanziert oder nicht) nur noch einen Bruchteil des Kaufpreises wert ist. Je nachdem wie hoch die Abnutzung ist oder sie den Geschmack anderer trifft, kann man froh sein noch €300-500 für sie zu bekommen.

Selbst wenn einem heutzutage eine 0%-Finanzierung hinterhergeworfen wird, gibt es einen noch viel wichtigeren Grund, warum Du derartige Anschaffungen nicht finanzieren solltest. In viele Fällen wird ein Kredit aufgenommen, weil zu diesem Zeitpunkt nicht genug Geld zur Verfügung steht. Das bedeutet jedoch, dass man bereits heute sein noch nicht verdientes Einkommen ausgibt. Damit bindet man sich für diese 2 Jahre an die pünktliche Rückzahlung und muss darauf hoffen, dass man seinen Job über diese Zeit nicht verliert.

Derartige Finanzierungen sind also ein Grundstein für schlaflose Nächte, wenn Du mich fragst. Denn damit riskierst Du Deine Bonität und vielleicht auch noch mehr als das.

Und mit jeder Finanzierung erhöht sich Dein Risiko – also wenn neben der Couch noch der Fernseher, der Urlaub und natürlich auch noch das Auto mit finanziert werden!

Warum vor allem die Autofinanzierung eine regelrechte Vermögensvernichtungswaffe ist, erfährst Du in meinem Artikel: Teil 1 – Brauche ich wirklich ein Auto?

Was bedeutet das nun für Dich und mich

Um sorgenfrei zu bleiben und den Vermögensaufbau erst zu ermöglichen, meide ich vor allem die folgenden Finanzierungsfallen. Sollten derartige Finanzierungen bestehen, gilt es diese schnellstmöglich durch Rückzahlung wieder loszuwerden.

Dispokredit – Eine der größten Fallen ist der Dispokredit. Ist das Girokonto Mal im Minus, werden im Schnitt 9,78% p.a. an Zinsen fällig; in der Spitze sogar 13,75% (Quelle: test.de)! Sorge also dafür, dass Dein Konto immer im Plus bleibt, denn es ist eine Deiner renditestärksten Investitionen, wenn man sich die Zinsen vor Augen hält.

Kreditkarten – Kreditkarten sind die einfachste Möglichkeit Geld auszugeben, das man nicht hat. Die Falle schnappt genau dann zu, wenn man versäumt oder es nicht schafft die monatliche Rechnung zu begleichen. Auch hier fallen hohe Verzugszinsen an und manche finden sich in einer Spirale wieder mit immer höher werdenden Schulden. Nicht umsonst ist Mark Cuban, erfolgreicher US-Unternehmer und Multi-Millionär, der Meinung, dass Kreditkarten das schlechteste Investment sind, die Du machen kannst.

Konsumkredite – Finger weg von Krediten für Deinen neuen Fernseher, die neueste Spielekonsole, eine HiFi-Anlage, neue Couch oder Küche, den ersehnten Urlaub oder sonst noch, was in den Sinn kommt. Selbst bei einer 0%-Finanzierung verhindert es den Vermögensaufbau und kann für manche zu einem finanziellen Grab werden. Wenn Du also etwas kaufen möchtest, dann spare dafür und kaufe es in Bar. Du wirst Dir selbst dafür danken.

Autofinanzierung – Die Autofinanzierung ist wahrscheinlich die Königsdisziplin unter den Konsumkrediten. Hier verhält es sich sehr ähnlich, jedoch mit dem entscheidenden Unterschied, dass eine Autofinanzierung 10- bis 20-fach höhere Beträge erreicht. Eine Grundregel ist, dass das Auto nicht mehr als 3 monatliche Gehälter kosten und aus eigenen Mitteln gezahlt werden sollte. Zum Schluss entscheidet jedoch jeder selbst für sich, was er möchte und welche Lasten er bereit ist, dafür auf sich zu nehmen.

Streng genommen müsste auch die Eigenheimfinanzierung in diese Liste aufgenommen werden, wenn es sich zum Beispiel um ein Einfamilienhaus auf dem Land handelt. Denn es ist meiner Meinung nach ein gewisser Luxus, den man sich gönnt und keine Investition – auch wenn es eine gewisse Disziplin zum sparen fördert. Zu diesem Thema vielleicht später mehr.

Kredite, die aus meiner Sicht absolut vertretbar sind, sind zum einen Bildungskredite. Denn Investitionen in Dein eigenes Humankapital sind die wichtigsten Investitionen, die Du machen kannst. Hier lohnt sich also die Finanzierung, sollte zum Beispiel das Studium nicht aus eigenen Mitteln bezahlt werden können und dafür ein Kredit aufgenommen werden müssen. Zum anderen zählt für mich auch die Immobilienfinanzierung dazu, wenn es sich um werthaltige Kapitalanlagen handelt. Denn oft ist es praktisch unmöglich und auch nicht immer ratsam den Kaufpreis einer Immobilie zu 100% aus eigenen Mitteln zu stemmen, sodass derartige Investments erst dadurch möglich werden.

Soweit zu meiner eigenen Meinung. Fallen Dir weitere Punkte, Tipps oder vielleicht eigene Erfahrungen ein, dann lasse es mich gerne in den Kommentaren wissen!

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